Syrer versuchten Flucht in der südlichen Barentsee nach Norwegen

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Syrer versuchten Flucht in der südlichen Barentsee nach Norwegen
Datum: 30.04.2020 - 12:10 Uhr

Die russisch-norwegische Grenze im äußersten Norden Europas war im kalten Krieg die einzige Landgrenze der damaligen UdSSR mit einem Staat der Nato. Entsprechend gesichert waren diese wenigen Kilometer, auf denen sich aber auf beiden Seiten Abhorchanlagen aller Art und Bauweise dicht an dicht tummelten. Fluchtversuche aus dem Bereich des kommunistischen Machtblocks gab es zu der Zeit reichlich, allerdings nicht dort oben. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus entspannte sich auch die Lage vor Ort, sei über 20 Jahren gibt es eine Grenzübergangsstelle zwischen Storskog (Norwegen) und Borisoglepsk (Russland).

Im vergangenen Oktober versuchten drei Syrer allerdings auf ganz anderem Weg von Russland nach Norwegen zu gelangen. Ihr Visum für Russland war abgelaufen, für Norwegen hatten sie ohnehin keines, also stand ihre Rückkehr nach Syrien unmittelbar bevor. Die drei Syrer entschieden sich dafür, wie es der »Barent Observer« schreibt, Gesschichte zu machen als erste »Flüchtlinge«, denen die Flucht über arktische Gewässer gelungen ist.

Allerdings spielten die russischen Sicherheitskräfte da nicht mit. Das Flüchtlingsboot wurde bereits im Petschengafjord ausgemacht, unmittelbar danach wurde mit der Verfolgung begonnen. Ziel der drei »Flüchtlinge« war, wie sie nach ihrer Festnahme zugaben, die Bucht bei Jakobselv auf norwegischer Seite. Im Schengen-Raum einmal angekommen wollten sie um Asyl nachsuchen.

Vor Gericht wurden die drei Männer jetzt zu mehrmonatigen Freiheitsstrafen verurteilt. Zwei der Syrer erhielten zehn Monate Haft, der dritte kam mit acht Monaten davon. Absolvieren werden alle drei ihre Strafen in einer russischen Strafkolonie.

Sven von Storch

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