Studie_ wachsende Judenfeindlichkeit durch Zuwanderung
Studie_ wachsende Judenfeindlichkeit durch Zuwanderung
Datum: 15.08.2017 - 07:36 Uhr
Lange hat sich der Zentralrat der Juden in Deutschland um eine eindeutige Stellungnahme zu dem durch muslimische Migranten wachsenden Antisemitismus gedrückt. Offenbar aus leicht erkennbaren politischen Gründen: es kann nicht wahr sein, was nicht sein darf. Eine Studie der Universität Bielefeld und der Frankfurt University of Applied Sciences unter in Deutschland lebenden Juden dürfte den Zentralrat jetzt aber in Zugzwang bringen. Denn unter anderem ging es in der Studie um die Fragen, wie sicher sich die Menschen im Lande fühlten und ob sie Antisemitismus wahrnehmen.
Die Antworten sind eindeutig und lassen kaum Spielraum für Interpretationen zu. Fast zwei Drittel der Befragten erlebten in den vergangenen zwölf Monaten Antisemitismus in Form von verdeckten Andeutungen. Knapp ein Drittel sind ob ihres Glaubens beleidigt oder belästigt worden, drei Prozent sahen sich gar körperlichen Angriffen ausgesetzt. Das ergab die Umfrage, an der sich 553 Teilnehmer beteiligt hatten. 60 Prozent der Befragten gaben an, bereits über ein Verlassen des Landes aufgrund der zunehmenden Unsicherheit nachgedacht zu haben.
Und jetzt kommen die Zahlen, die es dem Zentralrat der Juden richtig schwer machen werden; will man sich doch nach wie vor um eine klare Positionierung drücken. 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie eine Zunahme des Antisemitismus in Deutschland durch die Zuwanderung befürchten; die meisten der Migranten kommen aus islamisch geprägten Staaten und seien antisemitisch eingestellt. Und deutlich über die Hälfte (56 Prozent) befürchtet, dass es zu Angriffen und Übergriffen gegen jüdische Personen und jüdische Einrichtungen durch »Flüchtlinge« kommen wird.
Die Menschen trauen sich nicht mehr, ihren jüdischen Glauben in der Öffentlichkeit auszuleben, weil sie Angst vor Angriffen haben, heißt es in der Studie weiter. In zahlreichen Berliner Schulen, so hatte eine Umfrage des American Jewish Commitee im Juli ergeben, nimmt der Antisemitismus unter bestimmten Schülergruppen deutlich zu. Die Aussage »Du Jude« werde immer häufiger als Schimpfwort verwendet; auch gegen Nichtjuden.
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