Studie ergibt_ Medien haben die Willkommenskultur verklärt
Studie ergibt_ Medien haben die Willkommenskultur verklärt
Datum: 20.07.2017 - 08:46 Uhr
Sowohl die »Welt« wie auch die »Zeit«, beide selbst den Mainstreammedien zugehörig, berichten übereinstimmend über die von der Hamburg Media School und der Uni Leipzig erstellten Studie, bei der die Berichterstattung deutscher Medien zur Zeit des Höhepunktes der Flüchtlingskrise kritisch beleuchtet wird. Das Werk soll am kommenden Montag der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Den Zeitung vorab vorliegenden Auszüge stellten sie aktuell vor.
Die Ergebnisse der Studie sind ein Schlag ins Gesicht für die deutschen Mainstreammedien und ihre Bediensteten. Über die Flüchtlingskrise wurde nicht kritisch genug berichtet; ganz im Gegenteil: diese Medien hätten sich geschlossen hinter Merkels Flüchtlingspolitik gestellt, heißt es da. Die Willkommenskultur wurde verklärt, die meisten Medien haben in der kritischen Berichterstattung komplett versagt.
Und in diesem Tonfall geht es weiter: »Losungen der politischen Elite wurden unkritisch übernommen« und eine »euphemistisch-persuasive Diktion« des Begriffs der Willkommenskultur wurde verbreitet, heißt es weiter. Die »Welt« zitiert den Leiter der Studie, Professor Michael Haller, wie folgt: »Große Teile der Journalisten haben ihre Berufsrolle verkannt und die aufklärerische Funktion ihrer Medien vernachlässigt.«
Die Willkommenskultur sei zu einer Art Zauberwort verklärt worden, »mit dem freiwillig von den Bürgern zu erbringende Samariterdienste moralisch eingefordert werden konnten«, heißt es in einem weiteren Passus der Studie. Und noch einmal Haller: »Das Flüchtlingsthema wurde stellenweise mit zu viel Gutmensch-Sentimentalität und zu wenigen kritischen Nachfragen an die Zuständigen behandelt.«
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