Strategiezentrum rechnet mit Anstieg der Schiffsfahrten aus Libyen
Strategiezentrum rechnet mit Anstieg der Schiffsfahrten aus Libyen
Datum: 08.07.2020 - 09:18 Uhr
Während der angebliche Hitze- und Dürrerekordsommer mit herbstlichen Temperaturen aufwartet und die prognostizierte Dürre sich in Form von Dauerregen zeigt, ist das Wetter rund um das Mittelmeer für Bootsfahrten ideal. Das mag zwar den Hobbysegler erfreuen, sorgt aber auch gleichzeitig dafür, dass sich unerfahrene Binnenländer in hochseeuntüchtige Gefährte pferchen lassen, um auf dem offenen Meer ausgesetzt zu werden. Dabei ist diese Seereise nicht einmal sonderlich billig. Bis zu 5.000 US-Dollar blechen die Reiseteilnehmer dafür, um anschließend aus ihrer misslichen Lage »gerettet« und in der Regel per Express-Schiff nach Europa verbracht zu werden.
In den Sommermonaten, so das Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums Illegale Migration (Gasim), ist »erfahrungsgemäß mit einem Anstieg der Abfahrten zu rechnen.« Besonderes Augenmerk legt das Gasim insbesondere auf die libysche Küste. Die Zahl der Abfahrten hinge auch mit den Kapazitäten der Schleusernetzwerke und der Präsenz privater Seenotrettung vor Ort zusammen.
Denn: »Bei Anwesenheit von NGO-Schiffen wurden konzertierte Abfahrten aus Libyen festgestellt. Nach Aussage von Flüchtlingen und Migranten nutzen Schleuser die Tracking-Funktion verschiedener Internetseiten, um den Standort von NGO-Schiffen zu bestimmen, und nahmen mittels Satellitentelefon in Einzelfällen Kontakt zu diesen auf«, so das Strategiezentrum.
Vier von fünf der im Vorjahr im Mittelmeer aufgegriffenen Personen haben weder einen Asylanspruch on Europa noch sind sie Flüchtlinge gemäß den Bestimmungen der entsprechenden Konventionen. Sie sind schlicht und ergreifend Wirtschaftsmigranten. Daher weigern sich die meisten europäischen Staaten auch, den illegalen Grenzübertritt dieser Leute mit einer Aufnahme im eigenen Staatsgebiet (und vor allem dem eigenen sozialen Netz) zu honorieren.
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