Straftaten ohne Täter - ein Musterbeispiel für Framing

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Straftaten ohne Täter - ein Musterbeispiel für Framing
Datum: 01.07.2022 - 13:45 Uhr

Und das geht so:

Erstens: Zunächst berichtet man über die vielen TÄGLICHEN Angriffe auf Polizei, Feuerwehrleute und Rettungskräften. Das ist Fakt, aber Täter werden bewusst nicht genannt.

Zweitens: Dann erwähnt man den Bezirk „Mitte“, weil dort die Straftaten „besonders“ zugenommen haben. Und nun wird gesagt, dass ja in „Mitte“ die Querdenker-Demonstrationen stattgefunden haben.

Drittens: Um das Ganze noch zu bekräftigen, steht da noch, dass die die Sicherheitsbehörden der Ansicht sind, dass die Querdenker zunehmend gewaltbereiter geworden sind.Wir haben hier drei Aussagen, die einzeln schon wahr sein mögen, aber in der Art ihrer Verknüpfung wird der Eindruck erweckt, dass die Gewalt gegen Polizei nur von Querdenkern ausgehe. Diesen Eindruck bekommt man beim Lesen, stimmts?

Ist auch gewollt. Andere Tätergruppen werden einfach überhaupt nicht erwähnt – doch die gibt es!

Die drei Aussagen haben jedenfalls zwangsläufig nichts miteinander zu tun. Denken wir mal kurz darüber nach: Die Querdenker-Demos waren vom Zeitraum begrenzt und laut Medienberichten überwiegend gewaltfrei. Seit wann wurden auf Querdenker-Demos Feuerwehrleute und Rettungskräfte angegriffen, und das durchschnittlich 2 x täglich?

Und wer in den meisten Fällen Polizisten und Rettungssanitäter angreift, wissen wir auch. Wir kennen alle die Rigaer Straße.

Aber wenn man den Artikel so liest, ohne nachzudenken, bleibt der beabsichtigte Eindruck im Kopf hängen. Und so geht Framing. Einem Bild einen Rahmen (Frame) geben, in den es nicht passt.

Und so lautet der Artikel: Taeglich rund 20 Angriffe auf Polizei und Feuerwehrkraefte

Sven von Storch

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