Steigerung der Beiträge zur Krankenversicherung drohen

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Steigerung der Beiträge zur Krankenversicherung drohen
Datum: 23.12.2020 - 08:36 Uhr

Spätestens 2022 werden die meisten Krankenkassen in Deutschland entweder ihre Leistungen massiv kürzen oder aber die Beitragszahlungen für ihre Mitglieder erhöhen. Vor allem aufgrund der massiv gestiegenen Kosten für Menschen im Bezug diverser Sozialleistungen, die zwar die Krankenkassen viel Geld kosten, aber vom Staat nicht in vollem Umfang übernommen und erstattet werden, droht ein Loch von rund 17 Milliarden Euro. Vor allem die ALG-II-Leistungen für Ausländer haben in 2019 ein neues Rekordhoch erreicht, welches nun von den Beitragszahlern, sprich Arbeitnehmern, gestopft werden soll.

Die beschlossene leichte Erhöhung der von Krankenkassen erheben zu dürfenden Zusatzbeiträge werde die entstandene Lücke nicht schließen können, warnt Sigrid König, die Chefin des Verbands der Betriebskrankenkassen in Bayern. »Spätestens 2022 droht ein massiver Crash.«

Die Mehrkosten durch die Corona-Politik schlagen mit etwa 3,5 Milliarden Euro zu Buche, die von den Rücklagen der Krankenkassen leicht mit Auflösung der Rücklagen kompensiert hätten werden können. Acht Milliarden Euro werden sie selbst zur Deckung des Defizites aufbringen, doch damit wären bei den meisten Kassen sämtliche Rücklagen aufgebraucht, heißt es dazu aus den Reihen des GKV-Spitzenverbandes in Berlin. Einen solchen Schritt könne man nicht beliebig oft wiederholen, denn wenn die Rücklagen aufgebraucht sind, sind sie weg.

Auf viele Arbeitnehmer kommen bereits jetzt Mehrkosten für die Krankenversicherungsbeiträge zu. »Rund 17 Millionen gesetzlich Versicherte sind schon von steigenden Zusatzbeiträgen betroffen«, sagte Christine Prauschke, die Geschäftsführerin gesetzliche Krankenversicherung. »In der Spitze bedeutet das für Verbraucher Mehrkosten von 145 Euro.«

Sven von Storch

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