Statistisches Bundesamt korrigiert selbstveröffentlichte Migrantenzahlen

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Statistisches Bundesamt korrigiert selbstveröffentlichte Migrantenzahlen
Datum: 22.08.2019 - 08:57 Uhr

Über die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer gibt es widersprüchliche Angaben. So ganz genau weiß das niemand und soll wohl auch niemand wissen dürfen. Die exakte Zahl könnte die Menschen mutmaßlich verunsichern. Doch selbst bei den Zahlen der Menschen mit Migrationshintergrund, die im Grunde genommen von den Statistikern exakt erfasst sein dürfte, musste man sich mit der Veröffentlichung der Tatsachen extrem zurückhalten, wie jetzt zwei Pressemitteilungen im Vergleich belegen.

Am 01. August 2018 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Pressemitteilung 282. Demzufolge belief sich die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund im Jahr 2017 auf 19,3 Millionen. Größer durfte die Zahl wohl nicht werden, die magische "20" sollte wohl nicht überschritten werden.

Denn am 21. August 2019 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Pressemitteilung 314. Auch hier wird die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Jahr 2017 publiziert. Und siehe da, auf einmal sind es derer 20,3 Millionen. So konnte nämlich die Zuwachsrate bei Migranten auf politisch eher verträgliche 2,5 Prozent reduziert wären (gegenüber 4,4 Prozent). Und die Regierung kann weiterhin behaupten, dass man die Probleme mit der Migrationspolitik erfolgreich angegangen sei.

In 2018 lebten in Deutschland 20,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. 2017 waren es laut PM 282 "nur" 19,3 Millionen Menschen. Das ist ein Zuwachs von 1,5 Millionen Migranten innerhalb von einem Jahr. Bei einer Ausgangsgröße von 19,3 Millionen sind 1,5 Millionen doch deutlich mehr als 2,5 Prozent, nämlich rund gerechnet etwa acht Prozent. Doch diese Zahl ist politisch schwer verkaufbar; vor allem, so kurz vor den Wahlen in drei ostdeutschen Bundesländern.

Am 27. August, erreichte die FW eine Stellungnahme des Statistischen Bundesamts mit der Bitte um Veröffentlichung. Nachfolgend der Wortlaut im Original: »Es gibt keine Fälschung von Daten wie im Artikel behauptet. Vielmehr konnten wir ab 2017 zusätzlich Daten von Menschen mit Migrationshintergrund erfassen, die nicht mit ihren Eltern im Haushalt leben. Diese neue Daten mussten wie immer statistisch aufbereitet werden. Methodische Änderungen gehören zum normalen Geschäft und werden von uns immer transparent dargestellt.«

Sven von Storch

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