Staatliche Meldestelle (ZMI) mit Hochkonjunktur

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Staatliche Meldestelle (ZMI) mit Hochkonjunktur
Datum: 03.09.2025 - 10:09 Uhr

Nicht alles floppt in Deutschland

Im angeblich besten Deutschland aller Zeiten zeigen viele Indikatoren nach unten: weniger Arbeitsplätze, schrumpfende Wirtschaft, Abwanderung von echten Fachkräften und so weiter. Dabei gibt es doch auch Bereiche, bei denen Zuwachs zu verzeichnen ist. Zum Beispiel bei der Rüstungsindustrie, deren Produkte auf Zerstörung, Vertreibung und Tod augerichtet sind. Und das Denunziantentum feiert wieder fröhliche Urständ in Deutschland. Dafür wurde sogar extra die Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) beim Bundeskriminalamt eingerichtet. Damit die Denunzianten auch gleich eine direkte Anlaufstelle haben.

Erinnerungen an die »Geheimen« und die Stasi

Wem bei Meldungen wie aktuell bei NIUS über die Zunahme der Denunziationen (in diesem Jahr mehr als doppelt so viele wie 2024 und vier Mal so viele wie 2023) ein flaues Gefühl überkommt und er sich an dunkle Zeiten der deutschen Geschichte während der beiden sozialistischen Diktaturen - unabhängig davon, ob national oder international - erinnert fühlt, der liegt wohl richtig. Mit einem Unterschied: früher musste sich der Denunziant noch selbst offenbaren. Heute geht das in absoluter Anonymität ganz bequem von daheim aus, im heimeligen Wochnzimmer am PC. 

Staatlich eingerichtete Meldestellen

Doch nicht nur Privatleute dürfen sich am Denunzieren versuchen. Staatlich eingerichtete Meldestellen sorgen für einen Großteil der angeblich »extremistischen Aktivitäten«, wie unter anderem die Meldestelle »Hessen gegen Hetze«. Die müssen natürlich viele Meldungen bringen. Jede Meldung, so krude und absurd sie auch ist, ist wie eine Art »Kopfgeld«. Schließlich muss man ja irgendwie seine Existenzberechtigung nachweisen. So eine Meldestelle kostet schließlich Geld - das des Steuerzahlers, natürlich - und wenn da nicht genügend Meldungen erbracht werden, dann wäre sie ja überflüssig.

Wenn Erich Mielke das noch erlebt hätte, er würde Freudentränen in Bächen vergießen.

Sven von Storch

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