Springer-Presse schießt verbal scharf gegen Merkel
Springer-Presse schießt verbal scharf gegen Merkel
Datum: 10.08.2021 - 11:52 Uhr
Fast über die gesamten bis jetzt vier Amtszeiten Merkels als Kanzlerin gehörte die Springer-Presse mit unter anderem der »Bild«-Zeitung zu den eifrigsten Befürwortern, fast schon Bewunderern, Merkels. Seit vergangenem März aber, seitdem das Duo Reichelt/Würzbach gemeinsam als Chefredakteure für die Printausgabe der Zeitung verantwortlich ist, hat sich diese Ausrichtung grundlegend geändert. Ein ums andere Mal wird Merkel von der »Bild« wegen ihrer Politik scharf kritisiert.
Auch aktuell, vor dem Treffen Merkels mit der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), in sozialen Netzwerken als »Politbüro« bezeichnet, schießt die Bild scharf gegen Merkel. Auf ihrer Titlseite der heutigen Ausgabe prangt die eindeutige Forderung: »Kanzlerin, wir wollen Einigkeit und Recht und Freiheit«. In kleinen Einschüben wird man noch deutlicher.
Merkel solle aufhören mit »Spaltungs- und Paniksprüchen.«. Es werden »gleiche Rechte für alle Menschen, Geimpfte und Ungeimpfte« eingefordert. Es müsse Schluss sein mit den »Einschränkungen unserer Grundrechte«. »Wir wollen demonstrieren dürfen« heißt es und »Wir wollen, dass jeder in die Kirche darf oder ins Fußball-Stadion.«
Auch gegen die ideologisch geprägte Impfpolitik geht die Springer-Presse an: »Jeder kann sich impfen lassen, wir brauchen Ihre Vorschriften nicht.«
Letzteres richtet sich vor allem gegen die Pläne des Kanzleramtes, weiteren Druck auf Ungeimpfte durch eine Ausweitung der Testpflicht in Verbindung mit kostenpflichtigen Test ausüben zu wollen. Diese Beschlussvorlage soll bei der heutigen Besprechung Merkels mit der MPK erörtert werden.
In dem Beitrag der Bild heißt es dazu: »Demnach solle bei Veranstaltungen, Festen, der Innengastronomie, in Hotels, Gottesdiensten, Krankenhäusern oder Pflegeheimen der Zugang generell nur noch geimpften, genesenen oder getesteten Personen erlaubt sein. In der Vorlage werde von der "3G-Regel" gesprochen. Diese Regelung solle noch im August in Kraft treten, das genaue Datum sei noch offen gelassen.«
Die Ausgrenzung einzelner Gruppen von der Wahrnehmung ihres Glaubensbekenntnis ist ein weiterer Angriff Merkels auf das Grundgesetz. In Art 4 GG heißt es unmissverständlich:
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Wer die ungestörte Religionsausübung verhindern will, ist ein Demokratiegefährder, wenn nicht sogar ein Demokrateifeind. Er steht nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Jedeweder Angriff in diese Richtung sollte den Bundesverfassungsschutz auf den Plan rufen. Aber dort sitzt ja an oberster Stelle in der Zwischenzeit ein Merkel-Jünger.
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