Sprachwissenschaftler kritisiert Gender-Gaga
Sprachwissenschaftler kritisiert Gender-Gaga
Datum: 21.03.2017 - 09:36 Uhr
Die deutsche Sprache ist vielschichtig, tief und mitunter etwas kompliziert. Jeder, der sich intensiver mit ihr befasst oder sie als Fremdsprache erlernt, weiß das aus eigener, mitunter leidvoller, Erfahrung nur zu gut. Sie hat ihre Eigenheiten und sogar einige Buchstaben, die es in anderen Sprachen nicht gibt; wie unter anderem die Umlaute. Und das »ß« hat die deutsche Sprache in Deutschland sogar quasi exklusiv für sich.
Aber gerade weil sie so vielseitig und vielschichtig ist, deckt die deutsche Sprache auch alle möglichen Geschlechtervarianten ab. Das sagt Professor Dr. Peter Eisenberg, Prof. em. Professur Deutsche Sprache der Gegenwart Institut für Germanistik Universität Potsdam, in einem Interview mit dem »Deutschlandfunk«.
Wenn man Frauen in der deutschen Sprache sichtbarer machen will, dann kann man entweder personenunabhängig sprechen oder aber macht sich die Mühe, »wenn es darauf ankommt, die Personen zu benennen.« Diese Optionen gibt die deutsche Sprache aktuell bereits her. »Da sind keine ungrammatischen oder frei erfundenen oder autoritär verordneten Formen drin, sondern das ist eine Formel, die es im Deutschen gibt.«, sagt Professor Dr. Eisenberg.
Dazu bedarf es aber nicht der Auswüchse und ideologisch motivierter Sprachmanipulationen. Er, Eisenberg, hält unter anderem gar nichts von dem sogenannten Binnen-I, weil es die Form nicht gibt: »Die ist frei erfunden und sie hat sich sehr problematisch entwickelt.«
Doch damit nicht genug: »Wir haben heute nicht nur das große I, sondern wir haben den Schrägstrich, wir haben den Unterstrich und wir haben vor allen Dingen das unsägliche Gender-Sternchen, das in Berlin in den Bezirken jetzt teilweise obligatorisch gemacht werden soll.«
Letzteres bedeute, dass Schriftstücke nur dann anerkannt werden sollen, wenn sie nach einer Regel »die es im Deutschen nicht gibt, die frei erfunden ist, einen gegenderten Text enthält.« Dagegen, so der Professor, muss man rechtlich vorgehen. Und: »Solche Eingriffe in die Sprache sind typisch für autoritäre Regimes, aber nicht für Demokratien.«
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