Spitzensteuersatz schon bei Normalverdienern

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Spitzensteuersatz schon bei Normalverdienern
Datum: 30.01.2018 - 07:59 Uhr

Die durchschnittliche Steuer- und Abgabenlast der Bundesbürger liegt bei etwa 56 Prozent. Das heißt, dass von jedem Euro, der in Deutschland von privaten Haushalten auf der Einkommensseite generiert wird, 56 Cent in das Staatssäckel gehen. Weniger als die Hälfte verbleibt dem Otto Normalverbraucher. Ausschlaggebend dafür ist nicht zuletzt die Tatsache, dass schon bei Normalverdienern der Höchststeuersatz Anwendung findet.

Der Höchststeuersatz auf das Einkommen liegt in Deutschland bei 42 Prozent. Dieser Höchstsatz wird bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 54.000 Euro erhoben. Nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums zahlen 2017 etwa 2,69 Millionen Steuerpflichtige diesen Spitzensteuersatz; nimmt man Eheleute hinzu, die zusammen veranlagt werden, sind 3,73 Millionen Menschen von der Forderung betroffen.

Aktuell reicht bereits das 1,3-fache des durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommens aus, um mit dem Spitzensteuersatz belegt zu werden. Besonders ungerecht wird die Besteuerungsgrenze daher gerade von den Menschen empfunden, die diese Einkommensgrenze gerade so erreichen. Denn auch Menschen mit erheblich höheren monatlichen Einkommen werden ebenfalls ausschließlich mit dem Spitzensteuersatz belastet.

54.000 Euro Jahreseinkommen mögen gerade unter Berücksichtigung der hohen Gefährdung bestimmter Gruppen durch diverse Armutsrisiken immens hoch klingen. Bei einem zweiten Blick aber relativiert sich ein solches Bruttoeinkommen relativ schnell. Es ist immer noch derart ausreichend, dass diesen Bürgern nicht unmittelbar der Hungertod droht; doch sie sind es, die in erster Linie diesen Staat und seinen Haushalt stemmen. Und die Last wird immer größer. Doch andere Gruppen ziehen sich da immer mehr aus der Affäre.

Sven von Storch

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