SPD_ Abstimmung über Fraktionsvorsitz in der kommenden Woche
SPD_ Abstimmung über Fraktionsvorsitz in der kommenden Woche
Datum: 28.05.2019 - 10:23 Uhr
Die Rufe nach Nahles Rücktritt waren zuletzt unüberhörbar, selbst für Nahles selbst. Die bitteren Wahlschlappen sowohl bei der Wahl zum Europäischen Parlament (15,8 Prozent / minus 11,5 Prozent) wie auch zur Bürgerschaft Bremen (24,6 Prozent / minus 8,2 Prozent) werden nicht zuletzt der Fraktionsvorsitzenden, ihrer mangelhaften Arbeit und ihren mitunter hochnotpeinlichen Auftritten in der Öffentlichkeit angerechnet. Die Niederlage bei der Wahl in Bremen bedeutet für die SPD, dass sie erstmals seit 1946 nicht mehr stärkste Partei in der Bürgerschaft sein wird. Diesen Platz musste sie jetzt an die CDU abgeben; jene Partei, die man bei der vorherigen Wahl 2015 noch mit zehn Prozenten distanzieren konnte.
Seitdem hat sich in den Reihen der SPD aber einiges geändert. Unter anderem auch der Vorsitz. Nahles ist seit Ende September 2017 Fraktionsvorsitzende der SPD. Damals hatte sie großmäulig angekündigt, die Union bekäme es »ab morgen in die Fresse«. Die Reaktionen darauf waren auch aus den Reihen durchaus negativ, Nahles ruderte später dann zurück. Doch es will scheinen, dass sie aus diesen Vorkommnissen nichts gelernt hat. Ihr »Ätschi - Bätschi«-Kindergeschrei nur zwei Monate später wurde im gleichen Maße wenig gut aufgenommen. Da wurden auch die Erinnerungen wach an ihre ganz eigene, schräge Interpretation des Pippi-Langstrumpf-Lieds aus September 2013. So ließe sich die Liste der schrägen bis skurillen öffentlichen Auftritte von Nahles beliebig lange fortsetzen.
Für viele führende SPD-Mitglieder jedenfalls war das Maß mit den beiden Niederlagen jetzt voll. Massiv wurde der Rücktritt von Nahles gefordert. Die gibt diesen Rufen nach und stellt sich jetzt zumindest der Wahl als Fraktionsvorsitzende. Über den Parteivorsitz, den Nahles seit April 2018 auch (noch) inne hat, soll aktuell nicht abgestimmt werden.
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