Spaniens Polizisten schlagen sich auf die Seite der Protestierenden
Spaniens Polizisten schlagen sich auf die Seite der Protestierenden
Datum: 18.01.2022 - 10:45 Uhr
In Spanien sind sich die Politiker bezüglich des Umgangs mit dem Corona-Virus noch mehr uneinig als in Deutschland. Während man sich hierzulande dahingehend einig ist, dass das Virus die angeblich größte Herausforderung seit Menschengedenken ist, man sich aber bei der Quantität und Qualität der Maßnahmen uneins ist, ist die Lage in Spanien deutlich differenzierter.
Während die Zentralregierung in Madrid anstrebt, die »Corona-Pandemie« wie die nahezu jährlich wiederkehrende Grippe-Welle einzustufen, machen einige Regionalpolitiker weiter in Sachen »Panikdemie«. So wurden in einigen Städten Polizisten und Nationalgarde zusammengerufen, um gegen die sich friedlich versammelt habenden und gegen die verhängten Corona-Maßnahmen protestierenden Bürger massiv vorzugehen.
Das hatte auch der Alcalde (Bürgermeister) von Valencia im Sinn. Dort protestierten die Bürger der Stadt friedlich gegen die Corona-Maßnahmen, vor allem gegen den äußerst umstrittenen Impfpass. Der Alcalde rief Polizei und Nationalgarde zusammen, um sie auf die friedlichen Demonstranten zu hetzen - doch die verweigerten sich dem Ansinnen und schlugen sich auf die Seite der Protestierenden.
Noch in der Nacht gaben sie ein Kommuniqué mit folgendem Wortlaut heraus: »Wir haben versprochen, die Menschen zu schützen und ihnen zu dienen, nicht die korrupten Politiker. Wir sind sehr stolz darauf, Polizisten zu sein, aber echte Polizisten, keine Killer der Regierung. Unser Verband steht in direktem Kontakt mit Angehörigen der Sicherheitskräfte in Italien, Portugal, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Schweden, Deutschland und Holland. Wir werden die gesamte Polizei Europas vereinen. Die Sicherheitskräfte und die Streitkräfte sind der Schlüssel zu all dem. Wir müssen uns auf die Seite der Menschen stellen und den korrupten Regierungen den Rücken kehren! Wir haben den Covid-Pass hier in Valencia mit unserem Verband gekündigt. Wir werden von Señor Marlasca die Verantwortung für die beiden Ausnahmezustände und den Einsatz der Polizei und der Zivilgarde fordern, um die Bürger zu zwingen. Ein solches Vorgehen unterstützen wir nicht.«
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