Spahns Corona-Warn-App warnte nicht
Spahns Corona-Warn-App warnte nicht
Datum: 24.07.2020 - 10:22 Uhr
Fast täglich vermeldeten Jens Spahn und sein Gesundheitsministerium neue Rekordzahlen des sogenannten Downloads der Spahn-Corona-Warn-App. Merkel höchspersönlich und auch der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, schlossen sich diesen mutmaßlichen Erfolgsmeldungen an und lobten die Warn-App über den grünen Klee. Denn etwas hatte Spahn den beiden verheimlicht: seine Warn-App verweigerte bei vielen Smartphone-Besitzern schlicht und ergreifend den Dienst und warnte nicht.
Geräte mit dem Betriebssystem Android, vor allem der Hersteller Samsung (Marktanteil in Deutschland: 40 Prozent) und Huawei (Marktanteil in Deutschland: 17 Prozent), warnten nicht. Geht man von 16 Millionen Downloads aus, heißt das, dass zehn Millionen Menschen sich aufgrund der Meldungen aus dem Gesundheitsministerium sicher gefühlt haben, obwohl diese Sicherheit keinesfalls bestanden hat.
Das Spahn-Gesundheitsministerium wusste laut übereinstimmender Medienberichte von diesen technischen Fehlern, unterließ aber aber eine Weitergabe dieser Kenntnisse an alle anderen Ministerien respektive eine Information der Menschen, Nutzer und Verbraucher. Die lebten in dem Glauben, mit der Installation jenes Programmes sich so gut wie möglich vorbereitet zu haben, saßen letztlich aber nur einem medialen Feldzug auf.
Spahn versucht zu retten, was vielleicht noch zu retten ist. Die neue Version 1.11 seiner Warn-App soll die Fehler ausbügeln können, sagt er jetzt, nachdem er mit dem Rücken zur Wand steht. Hätte er vorher einmal den Mund aufgemacht, wirkten seine jetzigen Aussagen deutlich glaubwürdiger.
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