Sozialistisches Projekt in Bolivien gescheitert
Sozialistisches Projekt in Bolivien gescheitert
Datum: 11.11.2019 - 09:47 Uhr
In Bolivien ist der Versuch, eine sozialistische Regierung zu etablieren, gescheitert. Nach massiven und anhaltenden Protesten der bolivianischen Bevölkerung sowie scharfer Kritik aus den Reihen der Wirtschaft und der Sicherheitsorgane hat der bisherige Präsident Evo Morales gestern seinen Rücktritt erklärt. Entzündet haben sich die Proteste und Ausstände an der versuchten Wahlmanipulation durch Getreue Morales, die ihn im Vormonat durch ihre Machenschaften eine vierte Amtszeit verschaffen wollten. Er selbst wusste offensichtlich davon und unterstütze diese Ungesetzlichkeiten auch noch.
Manipulationen bei Wahlen haben schon ganze Regime aufs Abstellgleis gebracht; vorgestern erinnerte sich Deutschland an das faktische Ende des SED-Regimes, auch wenn es offiziell noch fast ein weiteres Jahr dauern sollte, bis der Spuk vorbei war.
Für Evo Morales jedenfalls beginnt jetzt eine neue Ära, mutmaßlich als Asylant in Mexiko. Der mittelamerikanische Staat hat ihm nach seinem Rücktritt politisches Asyl angeboten. Was aus Bolivien nach dem Ende des Sozialismusprojektes wird, ist völlig offen. Der Vizepräsident sowie die Präsidenten von Senat und Abgeordnetenhaus haben ihre Ämter niedergelegt. Derzeit steht das Land ohne Regierung, ohne politische Verantwortliche dar.
Die Gefahr, dass es wie in der Vergangenheit zu Ausschreitungen zwischen den Hochlandbewohnern rund um die Hauptstad La Paz und den Bewohnern der Tiefebene um die Wirtschaftsmetropole Santa Cruz, der heimlichen Hauptstadt Boliviens, ist derweil nicht ganz vom Tisch. Es ist kein Geheimnis, dass die Wirtschaftskraft des Landes bei den Menschen liegt, die in der Tiefebene leben - und die waren und sind ganz sicher keine Freunde von Morales.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment