Sozialismus des 21. Jahrhunderts in Venezuela gescheitert

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Sozialismus des 21. Jahrhunderts in Venezuela gescheitert
Datum: 01.06.2017 - 09:48 Uhr

Hugo Chavez trat 1998 mit seiner Idee des »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« ins politische Rampenlicht. Schon während seiner Amtszeit gab es Unstimmigkeiten und Unzufriedenheit. Doch Chavez war in der Lage, mit Repressalien und seiner autoritären Amtsführung die Kritiker entweder mundtot zu machen oder an der kurzen Leine zu halten. Allerdings sorgte die charismatische Ausstrahlung Chavez´ dafür, dass selbst der Putschversuch im April 2002 fast schadlos an ihm vorüber ging. 

Seit seinem Tod im März 2013 aber rauscht das Land einer Katastrophe entgegen. Sein Nachfolger Nicolas Maduro wollte in die Fußstapfen seines Vorgängers treten, ist aber grandios gescheitert. Bereits im Februar 2014 kam es aufgrund der hohen Kriminalität, der Warenknappheit und der steigenden Preise zu ersten Demonstrationen. Statt aber auf die Proteste einzugehen, ließ Maduro die Kundgebung gewaltsam auflösen. Sechs Menschen fanden den Tod. Das Resultat dieses Vorgehens zeigte sich bei den Parlamentswahlen im Dezember 2015: die Opposition erhielt zwei Drittel der Mandate. Seit dieser Zeit regiert Maduro ausschließlich mit Notverordnungen.

Allerdings sind die Menschen im Land nicht länger bereit, diese diktatorische Alleinherrschaft zu erdulden. Seit Monaten machen sie massiv mobil, streiken, demonstrieren und gehen zu Hunderttausenden auf die Straße. Zwar lässt die linke Regierung erklären, dass hinter den Kundgebungen ein von den USA betriebener Umsturzversuch stünde; allein der Glaube an diesen Ausführungen fehlt den Menschen in Venezuela. Sie fordern den Rücktritt Maduros, Neuwahlen, das Ende der wirtschaftlichen Engpässe sowie die Rückgabe ihrer Bürgerrechte. Das sozialistische Projekt ist gescheitert.

Sven von Storch

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