Sinn Fein will ein Referendum in Nordirland
Sinn Fein will ein Referendum in Nordirland
Datum: 15.03.2017 - 10:07 Uhr
Die »Democratic Unionist Party« bleibt zwar mit 28,1 Prozent der Stimmen stärkste Partei in Nordirland, büsst aber ihren Vorsprung auf die Sinn Fein ein. Diese gewinnt 3,9 Prozent der Stimmen hinzu und kann 27,9 Prozent Stimmenanteil für sich verbuchen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen wirkt sich auch auf die Sitzverteilung aus. Im »Stormont«, dem Sitz des nordirischen Parlaments, hat die DUP 28 Sitze, die Sinn Fein 27. Das Wahlergebnis im Überblick hier: Northern Ireland Election
Mehr aber als der Unterschied der beiden großen Parteien in ihrer religiösen Ausrichtung, die DUP ist protestantisch, SF ist erzkatholisch, wirkt sich ihre Positionierung zum Brexit aus. Die Menschen in Nordirland hatten bei dem Votum im Sommer des letzten Jahres sich für den Verbleib in der EU ausgesprochen. Insgesamt aber sprachen sich die Menschen in Großbritannien und Nordirland für den Brexit aus.
Nun fordert Michelle O’Neill, Vorsitzende der Sinn Fein, für Nordirland ein Referendum über die Loslösung aus dem Vereinigten Königreich mit dem Ziel der Wiedervereinigung mit der Republik Irland. Als Vorbild dient ihr die Forderung der schottischen First Minister Nicola Sturgeon. Sie will Schottland aus dem Staatenverbund lösen und langfristig Mitglied der EU bleiben.
Aufgrund der nordirischen Besonderheiten (Republikaner und Loyalisten respektive Katholiken und Protestanten sind etwa gleich stark) ist ein solches Referendum dort aber mit deutlich geringeren Erfolgsaussichten versehen als in Schottland. Dort war das Votum für einen Verbleib in der EU deutlicher.
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