Sie sollte sich für ihre Fehler entschuldigen

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Sie sollte sich für ihre Fehler entschuldigen
Datum: 03.01.2017 - 07:45 Uhr

In relativ deutlichen und harten Worten hatte der Essener DJ Serge Menga vor rund einem Jahr die Übergriffe der Nordafrikaner am Kölner Hauptbahnhof und der Domplatte in einer Videobotschaft kritisiert. »Mit welchem Recht nehmen sich manche Ausländer Rechte heraus, die ihnen nicht zustehen?« Und an die Sextäter, die alleine in Köln über 1.200 Übergriffe begangen haben, richtete er den Appell: »Packt eure Klamotten und geht wieder nach Hause. Geht wieder dorthin, wo gebombt und misshandelt wird vom eigenen Staat.«

Menga geht in seinen Ausführungen auch die Flüchtlingspolitik von Merkel und Konsorten scharf an und nimmt kein Blatt vor den Mund:»Die Politik muss uns die Wahrheit sagen und zugeben, dass sie den Schlüssel zum Erfolg noch nicht gefunden hat. Sie sollte sich für ihre Fehler entschuldigen. Sie sollte den Menschen zuhören und sie mitnehmen bei ihren Entscheidungen.«

Und in Richtung der straffällig gewordenen Ausländer, Migranten und »Flüchtlinge« legt er nach: »Es gibt auch Flüchtlinge und Migranten, die sich nicht integrieren lassen wollen. Aber dann müssen sie gehen. Wer diesen Rechtsstaat nicht akzeptiert, der hat hier nichts zu suchen oder wird bestraft.«

Diese Worte klingen schärfer, als sie sich fast jeder AfD-Politiker zu sagen traut. Denn dann würde sofort ein Shitstorm, von Politikern der SPD, den Grünen und Linken entfacht, über ihn hereinbrechen. Der BundesjusitzMINIster würde »Hate-Speech« anprangern und Claudia Roth ihre Betroffenheitsmiene jeder sich bietenden Kamera zur Schau stellen.

Doch keiner von ihnen wird Serge Menga für seine Worte kritisieren; niemand wird gegen ihn hetzen oder einen Shitstorm gegen ihn vom Zaun brechen. Denn Serge Menga kam als Flüchtling nach Deutschland, stammt aus dem Kongo und hat wie die meisten Menschen seines Landes eine schwarze Hautfarbe. Und weil das so ist, darf Menga, der in der Zwischenzeit deutscher Staatsangehöriger ist und sich in das Leben in diesem Land voll integriert hat, all das sagen, was er sagt; ohne dafür in aller Öffentlichkeit gebrandmarkt zu werden. Damit wird einmal mehr die Verlogenheit der Vertreter der Altparteien: nicht WAS gesagt wird, ist für diese Leute entscheidend; sondern WER es sagt.

Mehr von und über Serge Menga in der »Welt« vom 26. Dezember 2016.

Sven von Storch

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