Sicherheitsbehörden und Rat der Muslime im Widerspruch

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Sicherheitsbehörden und Rat der Muslime im Widerspruch
Datum: 29.12.2016 - 10:26 Uhr

Der Tunesier Anis Amri, der mit einem 40-Tonnen schweren LKW in die Besucher eines Berliner Weihnachtsmarktes gerast war und insgesamt zwölf Menschen gemordet hat, war nach Unterlagen der Sicherheitsbehörden bestens im Ruhrgebiet vernetzt. In insgesamt zwölf Moscheen und einer Koranschule war er regelmäßiger Gast, in einigen davon sogar Vorbeter; hat also das rituelle Freitagsgebet geleitet. Zu dem Bekanntenkreis Amris gehörten auch zwei Männer mit Bezug zur Terrororganisation IS/DAESH. Das berichtet der »WDR«.

Zeitgleich veröffentlicht der »WDR« auch einen Bericht über den Rat der Muslime. Die Vorsitzenden von drei der im anderen Bericht erwähnten zwölf Moscheen bestreiten vehement, dass Amri bei ihnen bekannt gewesen sei. Ihre Moscheen hätten, so heißt es beim WDR, nicht mit dem mutmaßlichen Attentäter zu tun gehabt. Ausschließen könne man einen Besuch Amris zwar nicht, aber Vorbeter sei er bei ihnen nicht gewesen.

Die Unterlagen und Ermittlungen der Behörden in NRW widersprechen diesen Ausführungen. Anfang des Jahres soll Amri in einer Dormtunder Koranschule, für die er sogar einen Schlüssel besaß, übernachtet haben. Noch im Mai 2016 stufte ihn das LKA als »Gefährder« ein.  Insgesamt war Amri laut WDR-Bericht zwischen Februar und November 2016 mindestens sieben Mal Thema im »Gemeinsamen Terrorismus-Abwehrzentrum«. Und noch am 14. Dezember, fünf Tage vor dem Anschlag in Berlin, beschreiben die Behörden die besondere Gefährlichkeit Amris.

Sven von Storch

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