Selenskij offen für einen begrenzten Waffenstillstand
Selenskij offen für einen begrenzten Waffenstillstand
Datum: 19.03.2025 - 10:51 Uhr
Während einer Pressekonferenz am gestrigen Mittwoch erklärte Selenskij, er glaube nicht, dass die westlichen Verbündeten der Ukraine ihre Waffenlieferungen einstellen würden, wie Putin es nun fordert. Er kommentierte das Gespräch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, in dem sich die beiden darauf einigten, die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine zu stoppen. Von einem vollständigen Waffenstillstand ist allerdings keine Rede.
In dem Telefonat zwischen den beiden Staatschefs am Dienstag lehnte Putin laut BBC News einen vollständigen Waffenstillstand ab. Russland verlangt stattdessen, dass der Westen jegliche militärische Unterstützung und Geheimdienstzusammenarbeit mit der Ukraine einstellt, bevor weitere Abkommen geschlossen werden können. Genau das aber wurde zuvor von den europäischen »Wohltätern« der Ukraine abgelehnt.
Die USA haben vor kurzem einen 30-tägigen Waffenstillstand vorgeschlagen, dem die Ukraine letzte Woche bei Gesprächen in Saudi-Arabien grundsätzlich zugestimmt hat und auch Russland ließ zumindest teilweise Zustimmung erkennen. Trump bezeichnet das neue Gespräch mit Putin als »sehr gut und produktiv« und erklärt auf seiner Plattform Truth Social, dass »viele Elemente eines Friedensabkommens besprochen wurden«. Laut Trump ist der teilweise Waffenstillstand die erste Phase eines umfassenderen Friedensabkommens.
Selenskij, der sich zum Zeitpunkt des Gesprächs zwischen Trump und Putin in Finnland aufhielt, reagierte jedoch schnell skeptisch auf die Nachricht und zeigte sich bislang unwillig, weitergehende Aussagen hinsichtlich einer Feuerpause zu treffen. Stattdessen kommt er mit für Russland unannehmbaren Forderungen aus der Ecke, wie zum Beispiel völlig überzogenen Gebietsansprüchen.
In einer Erklärung des Kremls wird betont, dass man unter gewissen Voraussetzungen zu weiteren Friedensgesprächen bereit sei. Doch dazu müsste die Aufrüstung der Ukraine, vor allem durch westliches Militär, Kriegsgerät, Munition und Geld, beendet werden.
Unabhängig von der Ukraine scheinen Trump und Putin zumindest ein unerwartetes gemeinsames Interesse entdeckt zu haben: die Organisation von Eishockeyspielen zwischen russischen und amerikanischen Profispielern. Russland ist seit 2022 von internationalen Eishockeyturnieren ausgeschlossen, doch nun scheint Trump sich für eine sportliche Versöhnung öffnen zu wollen.
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