Selenskij lehnt US-Friedensvorschlag rundweg ab
Selenskij lehnt US-Friedensvorschlag rundweg ab
Datum: 11.08.2025 - 10:19 Uhr
Selenskij stellt Bedingungen
Frieden könne es nur geben, wenn die Ukraine alle besetzten Gebiete, einschließlich der Krim, von Moskau zurückgebe, so Selenskij laut einem Beitrag der New York Times. Die Ukrainer würden ihr Land nicht an die Besatzer abgeben, sagte Selenskij in einer Videoansprache aus seinem Büro in Kiew. Er behauptet, dass keine Lösungen ohne die Beteiligung der Ukraine zum Frieden führen könnten. Sie würden nirgendwohin führen. Das seien totgeborene Vorschläge, sagt er.
Keine Reaktion aus Washington oder Moskau auf Selenskij
Trump sagte am Freitag, er werde am 15. August in Alaska mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentreffen, um eine mögliche Friedensregelung zu besprechen, bei der ein eventueller Gebietstausch auf der Tagesordnung stehen könne. Wir werden etwas zurückbekommen und etwas im Austausch geben. Es wird ein Gebietstausch zum beiderseitigen Vorteil sein, sagte Trump laut der New York Times. Laut Personen, die mit den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Moskau vertraut sind, würde der US-Vorschlag den Konflikt faktisch »einfrieren« und es Russland ermöglichen, die Kontrolle über die vor allem von einer russisch-stämmigen Bevölkerung bewohnten Gebiete wie Donezk und Luhansk zu behalten. Im Gegenzug würde Russland seine Offensive in den Regionen Cherson und Saporischschja einstellen und Verhandlungen über ein langfristiges Friedensabkommen aufnehmen.
Gegenseitige Forderungen
Gleichzeitig fordert Russland angeblich von der Ukraine die formelle Abtretung dieser Gebiete, die Anerkennung ihrer Neutralität und den Verzicht auf einen NATO-Beitritt. Die Ukraine und die EU fordern ihrerseits unter anderem die Rückgabe des strategisch wichtigen Atomkraftwerks in Saporischschja. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow hat angedeutet, der US-Vorschlag sei aus russischer Sicht »durchaus akzeptabel«, es ist jedoch unklar, ob eine endgültige Einigung unmittelbar bevorsteht. Putin hat sich bisher direkten Verhandlungen mit Selenskyj verweigert und will stattdessen Verhandlungen mit den USA führen.
Immer mehr Ukrainer für Maxime »Land gegen Frieden«
In einer aktuellen Umfragen ist der Anteil derjenigen, die territoriale Zugeständnisse in Betracht ziehen, von 10 Prozent vor zwei Jahren auf heute 38 Prozent gestiegen, nachdem sich die sogenannte Gegenoffensive der Ukraine von 2023 als selbstmörderisches Projekt herausgestellt hatte, bei dem die Rückeroberung großer Gebiete völlig scheiterte.
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