Selenskij evakuiert Orte entlang des unteren Dnjepr

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Selenskij evakuiert Orte entlang des unteren Dnjepr
Datum: 24.10.2023 - 10:33 Uhr

Der Druck auf Selenskijs Truppen entlang der Hauptkampflinie im Donbas steigt nahezu täglich. Russische Verbände drücken unvermindert weiter auf die Stellungen der Selenskij-Soldaten und die können nichts anderes mehr machen als sich abzuducken. Während der Nachschub aus Kiew für die unter Druck geratenen Einheiten ausbleibt, schöpfen die russischen Einheiten aus dem Vollen. Vor allem aber scheinen sie alle Zeit der Welt zu haben.

Zum Vergleich: Selenskij schickte seine Leute im vergangenen Sommer, ausgerüstet mit den so lange vom Wertewesten geforderten und endlich gelieferten Wunderwaffen, mit einer Art »Hurra-Patriotismus« in seine vollmundig angekündigte Frühjahrsoffensive. Die rannten und fuhren dann auch frei von jedwedem strategischen Denkens direkt in die gut ausgebauten russischen Stellungen. Das voraussehbare Ergebnis: aus den Wunderwaffen wurde in kürzester Zeit sehr teures Altmetall.

Die russische Armee geht da ganz anders vor: Schritt für Schritt, langsam und bedächtig - aber unaufhaltsam - wird vorgerückt. Den Selenskij-Soldaten wird nach und nach die Zufuhr von Ressourcen (Munition, Verpflegung, Entsatz-Truppen) zunächst erschwert und letztlich abgeschnitten. Danach bleibt der Druck weiterhin hoch, am Ende steht dann die Kapitulation. Mariupol und Bachmut haben eindrucksvoll belegt, wie das geht.

Es hat den Anschein, dass Selenskij eine russische Offensive am Unterlauf des Dnjepr erwartet. Aus zahlreichen Orten von südlich des Kachowkaer Stausees bis zur Mündung des Dnjepr ins Schwarze Meer hat er Frauen und Kinder evakuieren lassen. Bisher hatte die russische Armee den Dnjepr als eine Art temporären Grenzfluss betrachtet und keinerlei Anstrengungen unternommen, um ihn zu überschreiten.

Sven von Storch

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