Selbsternannte Seenotretter nutzen Gerettete als Druckmittel
Selbsternannte Seenotretter nutzen Gerettete als Druckmittel
Datum: 12.08.2019 - 11:36 Uhr
Italien und Malta haben ihre Häfen samt und sonders für die Schiffe der selbsternannten Seenotretter geschlossen. Beide Länder verwehren sich sämtlicher Schlepper- und Schleuseraktivitäten und bekämpfen die illegale Einreise in die EU mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Italien hat vor wenigen Tagen ein neues Sicherheitsgesetz verabschiedet, wonach die Schiffe, die unberechtigt in die italienische Seezone einfahren, beschlagnahmt und die Besatzungen inhaftiert werden können. Seitdem traut sich kein »Rettungsschiff« mehr, unmittelbar einen italienischen Hafen anzulaufen.
Auch die mediale Präsenz von Hollywood-Größen, die der Ansicht sind, die Lage besser beurteilen zu können, als diejenigen, die sich seit ungefähr vier Jahren damit Tag und Nacht beschäftigen, hilft den selbsternannten Seenotrettern nicht weiter. Richard Tiffany Gere hatte erst kürzlich Lampedusa besucht und von dort einige Worte an den italienischen Innenminiter gerichtet. Hätte Gere das Angebot unterbreitet, ein oder zwei Dutzend der »Flüchtlinge« mit auf seine Ranch im US-Bundesstaat New York zu nehmen, wäre die Entscheidung Salvinis vielleicht anders ausgefallen. So aber bleibt es bei der Absage Italiens an die selbsternannten Seenotretter.
Als Konsequenz daraus verlegen sich die jetzt auf eine neue Taktik: sie sammeln so viele»Schiffbrüchige« wie möglich vor der libyschen Küste ein und steuern mit ihren vollkommen überladenen Kuttern dann vor die Seezonen der beiden EU-Ländern. Faktisch sind diese Schiffe dann in Seenot; einer selbst herbeigeführten Seenot, bei der sie die an Bord genommenen Menschen als Druckmittel gegen die italienische und maltesische Regierung ausspielen wollen.
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