Seehofer bleibt vorerst CSU-Chef
Seehofer bleibt vorerst CSU-Chef
Datum: 18.12.2017 - 08:57 Uhr
Der Machtkampf innerhalb der CSU ist (vorübergehend) beigelegt. Horst Seehofer konnte lediglich einen Titel verteidigen - er bleibt Parteichef. Die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im kommenden Jahr musste er aber seinem Herausforderer Markus Söder überlassen. Mit Seehofer als Kandidaten, so war die Befürchtung in der CSU, wäre die absolute Mehrheit, die als oberste Prämisse für die kommende Wahl gilt, nicht erreichbar. Ein Wechsel musste her.
Allerdings bedurfte es fast schon einer Palastrevolution, um Seehofer davon zu überzeugen, dass er den Weg frei machen müsse. Einem Alleinherrscher gleich klammerte sich Seehofer über mehrere Monate an die auf sich konzentrierte Macht in Form der verschiedenen Posten und Pöstchen. Dabei übersah er geflissentlich, dass unter seiner Ägide die CSU von einer Wahlpleite in die nächste rutschte und die Umfrageergebnisse desaströse Ausmaße annahmen.
Letztlich machten gleich mehrere Bezirksverbände, sogar aus der bayrischen Metropole München, gegen Seehofer mobil und übten sowohl massive Kritik an ihm wie auch entsprechenden Druck auf ihn aus. Doch erst nach und nach ließ Seehofer von seinen ursprünglichen Plänen ab und machte, wenn auch widerwillig, den Weg für Markus Söder frei.
Söder wiederum gibt sich für den Moment mit dem Posten des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl zufrieden. Doch Beobachter fragen sich, wie lange dieser Burgfrieden hält. Söder wird früher oder später auch an die Parteispitze streben; eher früher als später.
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