Sea-Watch 4 soll im August einsatzbereit sein
Sea-Watch 4 soll im August einsatzbereit sein
Datum: 09.07.2020 - 10:34 Uhr
Die Umrüstarbeiten an dem von der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Bündnis United4Rescue gemeinsam initiierten Schiff »Sea-Watch 4« stehen vor dem Abschluss. Voraussichtlich im August soll es zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer auslaufen. Der Kaufpreis des Schiffes lag laut EKD bei 1,3 Millionen Euro, in Medienberichten ist von 1,5 Millionen Euro die Rede. Die Umbauarbeiten schlagen mit einer weiteren halben Million Euro zu Buche.
Eigner des Schiffes ist allerdings nicht die EKD, sondern Sea Watch, ein im Mai 2015 gegründeter Verein mit Sitz in Berlin. Die »Sea-Watch 4« ist kein Neubau, sondern ein Umbau des 1976 vom Stapel gegangenen ehemaligen Forschungsschiffs »Poseidon« mit einer Länge von etwa 60 Metern und einer Bruttoraumzahl von 1.105. Die Besatzung belief sich bei den Einsätzen als Forschungsschiff auf 15 Mann, zusätzlich durften maximal 11 Wissenschaftler mitgenommen werden. Das Schiff wurde im Dezember 2019 nach über 43 Dienstjahren und 539 Expeditionen außer Dienst gestellt.
Nach dem Umbau können 300 Menschen vor der Küste Libyens aufgenommen werden, wie es der NDR schreibt. Bei akuten Notfällen könnten es für kurze Zeit aber auch bis zu 900 sein, sagte der Sea-Watch-Vorstandsvorsitzende Johannes Bayer bei der Umtaufung des Schiffes im vergangenen Februar.
Das Bündnis United4Rescue wird zum großen Teil von kirchlichen Organisationen getragen, doch sowohl der der DGB wie auch die Band Revolverheld sind Partner. Finanziert wird das Bündnis laut EKD zum Teil in Form von Kirchensteuern. Für den Kauf des Schiffes wurden aber, so EKD, keine Kirchensteuern verwendet, sondern lediglich durch das Bündnis eingesammelte Spendengelder. Wörtlich heißt es dazu: »Der Betrag für den Kauf des Schiffes wird vor allem über Spenden finanziert. Kirchensteuern gehen von der EKD nur in den Aufbau des Bündnisses United4Rescue, nicht aber unmittelbar in das Schiff.«
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