Sea Watch 3 liegt jetzt vor Lampedusa
Sea Watch 3 liegt jetzt vor Lampedusa
Datum: 27.06.2019 - 08:28 Uhr
Seit Tagen kreuzt die Sea Watch 3, das Schiff einer in Berlin ansässigen selbsternannten Seenotrettungsgesellschaft, mit 42 Migranten an Bord quer durchs Mittelmeer. Die »Retter« rund um ihre Kapitänin haben ein Team des NDR mit an Bord genommen, um Liveaufnahmen von Bord zu senden und so medial Druck auf den italienischen Innenminister Matteo Salvini aufzubauen. Der hatte dem Schiff die Einreise in italienische Gewässer untersagt. Selbst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) lehnte einen Antrag der Leute der Sea Watch 3 auf eine einstweilige Maßnahme ab, mit der eine Anlandung in Italien auch gegen den Willen der dortigen Behörden durchgedrückt werden sollte.
Doch dass der EGMR das Recht der italienischen Abweisung mit seiner Entscheidung bestätigte, ficht die Damen und Herren »Retter« nicht an. Sie schafften auf ihre Art einfach Fakten und sind nun unmittelbar vor Lampedusa vor Anker gegangen. Bisher aber durften weder sie noch die an Bord befindlichen »Flüchtlinge« das Schiff verlassen. Die wenigen an Bord befindlichen Kinder und Schwangere wurden von den italienischen Behörden bereits versorgt.
In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Salvini wenig amüsiert über von der Kapitänin des Schiffes angeordneten Grenzverletzung, zumal er bereits harte Maßnahmen für den Fall einer solchen Verletzung angekündigt hatte: »Wer sich darum nicht schert, muss sich dafür verantworten. Wer einen Fehler macht, muss dafür bezahlen - und damit meine ich nicht nur diese Schlaumeierin von Kommandantin, die Politik macht auf Kosten von einigen Dutzend Migranten, um was auch immer beweisen zu wollen - für ein politisches Spielchen, für ein ekelhaftes, widerliches politisches Spielchen.«
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