Schwere Kämpfe in Bergkarabach _ Türkische Luftwaffe involviert
Schwere Kämpfe in Bergkarabach _ Türkische Luftwaffe involviert
Datum: 30.09.2020 - 11:56 Uhr
Noch ist die Republik Arzach, die von den Bewohnern der Region Bergkarabach als eigenständiger, von Aserbaidschan unabhängiger, Staat ausgerufen wurde, international nicht anerkannt. Faktisch leben in der Republik fast ausschließlich christliche Armenier (99 Prozent der Bevölkerung). Die islamische Regierung in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, will diese 2017 einseitig ausgerufene Unabhängigkeit nicht akzeptieren und hat seitdem schon mehrfach versucht, militärisch zu intervenieren. Da aber die arzachische Armee von der armenischen Armee ausgerüstet und unterstützt wird, die ihrerseits Waffen und Ausrüstung aus Russland beziehen, ist es bisher bei den erfolglosen Versuchen geblieben.
Am heutigen Morgen haben aserbaidschanische Truppen eine Großoffensive im gesamten Grenzabschnitt begonnen. Infanterie und Panzer haben gedeckt durch schwere Artillerie einen Vormarsch versucht, der aber im massiven Gegenfeuer der gut ausgebauten Verteidigungstellungen der verbündeten armenischen und arzachischen Truppen bereits wieder abgewehrt wurde. Die aserbaidschanischen Invasionstruppen mussten sich unter schweren Verlusten wieder auf eigenes Staatsgebiet zurückziehen.
Die armenische Regierung in Eriwan meldet zudem den Abschuss eines ihrer Jagdflugzeuge durch einen Kampfjet der türkischen Luftwaffe auf dem Gebiet der Republik Arzach. Die türkische F16 sei dabei vom Gebiet Aserbaidschans in den Luftraum eingedrungen und sei von der armenischen SU-25 gestellt worden. Im Luftkampf sei dann der armenische Jet abgeschossen worden, der Pilot sei »als Held gestorben«, so das armenische Verteidigungsministerium.
Der armenische Präsident Armen Sarkassian weist in seiner Fernsehansprache auf die türkische Unterstützung Aserbaidschans hin. »Leider muss ich erklären, dass das NATO-Mitglied Türkei Aserbaidschan jetzt durch seine elektronischen Drohnen voll unterstützt - durch Cyber-Angriffe. Aber es ist nicht nur das. Die Türkei unterstützt Aserbaidschan auch durch ihre Mitarbeiter, Berater, Söldner und auch mit ihren F-16. Für jeden weltweit lebenden Armenier ist das eine Art Rückkehr des Geistes. Warum ich Geist sage, weil das der Geist des Osmanischen Reiches ist, der vor 105 Jahren den Völkermord an den Armeniern ausgelöst hat. Wir können auf keinen Fall zulassen, dass dieser Völkermord erneut auftritt«, sagte Sarkissian.
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