Schwere Gebietsverluste für Selenskijs Soldaten im Donbas

Veröffentlicht:

Schwere Gebietsverluste für Selenskijs Soldaten im Donbas
Datum: 14.11.2023 - 10:34 Uhr

Englische Nachrichtenagenturen sind gerne ganz vorne dabei, angebliche Erfolgsmeldungen von Selenskijs Truppen im Donbas zu erfinden und auszustrahlen. Andere regierungs- und linientreue Medien im Wertewesten übernehmen diese kreativen Meldungen in der Regel unreflektiert, unkontrolliert und ohne selbst zu recherchieren. Da gestalten dann auch gerne die per Zwangsabgabe finanzierten deutschen Sender die Einschätzungen des britischen Geheimdienstes als die einzige Wahrheit um und der unvorbereitete Konsument nimmt das dann als bare Münze hin. Schließlich würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland die Bürger doch nicht hinters Licht führen.

Oder etwa doch?

Denn diverse interaktive Karten über die Hauptkampflinie im Donbas zeigen so ganz und gar andere Entwicklungen. Vor allem in der Region um Bachmut hat die Intensität der Kämpfe wieder zugenommen und der Druck auf Selenskijs Truppen westlich und nördlich der Stadt ist derart groß, dass der gesamte Abschnitt ins Wanken gerät. Außerdem rücken russische Verbände im Norden Avdiivkas über das Industriegebiet in Richtung der südlich gelegenen Kernstadt vor. Zusätzlich wurden das nördliche Ufer des Pisochnyy-See und im Südosten der Stadt die Anschlussstellen der Fernstraße von russischen Einheiten besetzt. Im Südwesten von Avdiivka musste Selenskij seine Soldaten aus dem Dörfchen Vodiane zurückziehen, die Orte Tonen'ke, Sjeverne und Opytne liegen bereits unter Feuer, russische Truppen rücken gegen sie vor.

Das Hauptproblem von Selenskij und seinen Militär ist, dass er nicht genügend Leute hat, um sie über die gesamte Länge der Hauptkampflinie (etwa 1.500 Kilometer) zu verteilen. Er muss sich Schwerpunkte aussuchen. Anders ist die Lage bei der russischen Armee: sie schickt bisher in Reserve gehaltene Truppen in die zuvor weniger stark umkämpften Gebiete und erhöht den Druck durch Verstärkung der eigenen Reihen in den Hauptkampfzonen.

Davon berichtet der angeblich allwissende britische Geheimdienst allerdings nichts. Vielleicht ist er doch nicht so allwissend, wie er es gerne wäre.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.