Schwedisches Modell zukunftsweisend
Schwedisches Modell zukunftsweisend
Datum: 30.04.2020 - 11:51 Uhr
Unmittelbar nachdem in Schweden Ende Januar bei dem ersten Patienten das Corona-Virus nachgewiesen wurde, reagierten die zuständigen Stellen - anders als in Deutschland, wo man ja laut Spahn Ende Januar der Meinung war, man habe alles im Griff und brauche nicht zu reagieren. Die schwedische Gesundheitsbehörde rief früh zu bestimmten Verhaltensänderungen auf (Abstand halten, Berührungen und Ansammlungen vermeiden). Die Schweden begriffen, dass diese geringen Einschränkungen ihres täglichen Lebens ihnen weitaus einschneidendere Maßnahmen ersparen wird und hielten sich weitestgehend an die Empfehlungen.
Ganz ohne Erkrankungen und ohne Todesfälle aber geht das Corona-Virus auch nicht an Schweden vorbei. Vor allem in der Hauptstadt Stockholm ist die Zahl der Erkrankungen wie auch die der Todesfälle im Vergleich zum Rest des Landes relativ hoch. Auffällig ist dabei, dass insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund exponentiell höher vom Virus befallen werden als autochthone Schweden.
Anders als die Merkel-Regierung verzichtet die schwedische Regierung auf undemokratische, die Grundrechte einschränkende bis verletzende Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus. Das bringt ihnen nicht nur Lob von unter anderem dem US-Präsidenten Donald Trump ein sondern wird auch wohlwollend von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Kenntnis genommen.
Michael Ryan, Experte der WHO für das Corona-Virus, bezeichnet den Umgang der schwedischen Institutionen mit dem Corona-Virus in einem Video als »zukunftsweisend«. Die Menschen müssten möglicherweise ihre Lebensweise von Grund auf überdenken. Das geht in kleinen Schritten, wie es Schweden vorlebt, wesentlich einfacher. Diese Lektionen sollten die anderen Länder von den Schweden lernen, sagt Ryan.
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