Schwedischer Unternehmer verdoppelt seinen Gewinn in der Asylindustrie

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Schwedischer Unternehmer verdoppelt seinen Gewinn in der Asylindustrie
Datum: 16.05.2017 - 11:41 Uhr

Die Schweden sind mitunter ein ulkiges Völkchen. Für eine richtige Flasche Bier greifen sie freiwillig tief in die Tasche, ab Freitag um eins liegt das Behörden- und Firmenleben brach (»Fredagsmyset«) und man ignoriert das Leben in der Nachbarwohnung weitestgehend. Aber wenn es um Einkünfte und Steuererklärungen geht, dann wird der Schwede an sich neugierig. Jedes Frühjahr übertrumpfen sich die Medien in Berichten darüber, welcher Promi, Sportler oder TV-Star welche Einnahmen versteuert hat. Und diese Berichte erfreuen sich größter Beliebtheit beim Publikum. Datenschutz? Fehlanzeige.

Dieses Jahr taucht in den oberen Rängen ein Unternehmer auf, der bis dato bestenfalls bei Branchenkennern bekannt war: Bert Karlsson, Gründer und Miteigentümer von Jokarjo AB. Bert Karlsson ist Asylentreprenör, also jemand, der Aufträge für die Asylpolitik ausführt. Anders als in Deutschland geht man in Schweden ganz offensiv mit dem Begriff »Asylindustrie« um. Faktisch hat diese Politik Arbeitsplätze geschaffen und dient vielen Menschen als wirtschaftliche Existenzgrundlage. In Deutschland profitieren ebenfalls von der von Merkel zu verantwortenden Asyl- und Flüchtlingspolitik etliche Verbände und Unternehmen, bestreiten aber, dass sich ein entsprechendes Geschäftsfeld eröffnet hat.

Doch Bert Karlsson geht nicht nur offensiv mit dem Fakt an sich um, sondern publiziert seinen wirtschaftlichen Erfolg ganz ungeniert in den schwedischen Medien. Wie er dem schwedischen Magazin »Expressen« mitteilte, hat sein Unternehmen in 2016 den Umsatz von 438 Millionen Kronen aus 2015 auf 747 Millionen Kronen erhöht. Der Gewinn verdoppelte sich von 62 Millionen Kronen (2015) auf jetzt 120 Millionen Kronen. 

Das Unternehmen betreut 60 Asylunterkünfte mit rund 10.000 Asylanten, ist eine Aktiengesellschaft in Familienbesitz und konnte 2015 seinen Aktionären insgesamt 36 Millionen Kronen an Dividende auszahlen. In welchem Umfang die Dividenden für 2016 veranschlagt werden, ist derzeit nicht bekannt. Karlsson zeigt sich mit den Zahlen mehr als zufrieden und sieht darüber hinaus keinen Unterschied darin, ob er nun Asylanten betreut und dafür Steuergelder einstreicht oder ob er dies mit Straßenbau oder anderen infrastrukturellen Maßnahmen erhielte.

Sven von Storch

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