Schwedische Kriegshysterie sorgt weltweit für Schlagzeilen

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Schwedische Kriegshysterie sorgt weltweit für Schlagzeilen
Datum: 22.11.2024 - 08:52 Uhr

Die MSB-Broschüre »Wenn die Krise oder der Krieg kommt«, die jetzt an über fünf Millionen schwedische Haushalte verschickt wird, hat das Interesse großer internationaler Medien geweckt. Zeitungen wie die britische Daily Mail und die niederländische HLN verknüpfen das Flugblatt mit der globalen Sicherheitslage und der verschärften Rhetorik des Kremls. Die Broschüre, die Ratschläge dazu enthält, wie sich schwedische Haushalte auf Krisen und Kriege vorbereiten sollten, sorgte in der Daily Mail für Schlagzeilen wie diese: »Schweden fordert die Bürger auf, sich auf den KRIEG vorzubereiten: Fünf Millionen Haushalte erhalten Broschüren darüber, wie sie ihr Zuhause auf die nukleare Apokalypse vorbereiten können … während Biden beschuldigt wird, versucht zu haben, den Dritten Weltkrieg auszulösen.« 

Carl-Oskar Bohlin (Moderate Partei), Minister für Zivilschutz, betont, dass die Broschüre ein Ergebnis der sich verschlechternden Sicherheitslage und des NATO-Beitritts Schwedens sei, sie jedoch keinen Bezug zu konkreten, aktuellen Ereignissen habe. »Natürlich erfolgen die Änderungen in der Broschüre vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Sicherheitslage, aber man sollte sie nicht mit aktuellen Ereignissen in Verbindung bringen«, sagt Bohlin gegenüber Expressen. Es wird auch auf den Unterschied zwischen der schwedischen Broschüre und dem in Finnland hergestellten Äquivalent hingewiesen.

Der finnische Leitfaden konzentriert sich eher auf die allgemeine Krisenvorsorge und ist nur digital verfügbar. Eriikka Koistinen, Kommunikatorin im finnischen Innenministerium, erklärt, dass ihre Botschaft weniger auf den Krieg ausgerichtet sei. »Bei uns konzentrieren wir uns mehr darauf, dass Bereitschaft in der heutigen Weltsituation eine wichtige staatsbürgerliche Fähigkeit ist. Krieg ist natürlich das extremste Szenario, aber wir legen großen Wert auf andere potenzielle Krisen und extreme Wetterereignisse«, sagt Koistinen gegenüber Aftonbladet.

Der Forscher Charly Salonius-Pasternak vom Foreign Policy Institute in Finnland erklärt die Unterschiede bei unterschiedlichen Traditionen und Bedingungen. In Finnland ist Vorsorge ein integriertes gesellschaftliches Konzept, was bedeutet, dass die Bürger bereits an Vorbereitung gewöhnt sind. »Auf jeden Fall gab es die Idee, dass Sie vorbereitet sein sollten. Aber es sei nicht nötig gewesen, den Finnen gegenüber zu betonen, dass dies auch für den Krieg gelten kann«, sagt Salonius-Pasternak gegenüber Aftonbladet.

In Schweden hingegen besteht die Forderung nach erhöhter Heimbereitschaft und Verteidigungsbereitschaft, was laut Medienforscher Mats Eriksson den stärkeren Ton in der Kommunikation erklärt. Er betont, wie wichtig es ist, die Botschaft auszubalancieren, um sich zu engagieren, ohne unnötige Ängste zu erzeugen. Am Mittwoch musste Carl-Oskar Bohlin die Broschüre im CNN kommentieren: Habe heute an einer Live-Übertragung auf CNN teilgenommen und Fragen zum neuen Vorbereitungsordner und zur Unterstützung für die Ukraine beantwortet. pic.twitter.com/zA5EDTnKKb — Carl-Oskar Bohlin (@CarlOskar) 20. November 2024

Sven von Storch

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