Schwedens Minister für Zivilschutz schwadroniert von Kriegsgefahr
Schwedens Minister für Zivilschutz schwadroniert von Kriegsgefahr
Datum: 12.01.2024 - 09:07 Uhr
Der schwedische Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin (M) hielt kürzlich eine über einen unmittelbar bevorstehenden Krieg. In der Rede schimpfte er unter anderem auf Schweden, die sich nicht für die Verteidigung des Landes einsetzten und den Militärdienst umgehen. Tatsächlich war der Minister selbst ebenfalls gar nicht beim Militär; er wurde wegen einer Sehbehinderung ausgemustert.
Carl-Oskar Bohlins – laut Kritikern hochnotpeinliche – Rede auf der People and Defense National Conference enthielt Perlen wie »Viele haben es vor mir gesagt, aber lassen Sie mich es mit der Macht des Amtes tun. Weniger verpackt und mit ungeschminkter Klarheit: Es könnte Krieg in Schweden geben.« Bohlins Formulierungen haben im Ausland für Besorgnis gesorgt und werden in Schweden mit Spott bedacht. Das Vertrauen der Schweden in einen »Militärexperten«, der nicht einmal den Grundwehrdienst absolviert hat, tendiert gegen Null.
Da hilft es Bohlin auch nicht, dass der Oberbefehlshaber der schwedischen Streitkräfte, Micael Bydén, schnell noch ins selbe Horn stieß wie Bohlin zuvor. Bydén verfügt zwar über einen fundierten militärischen Hintergrund (er ist seit 1982 Mitglied der schwedischen Streitkräfte), aber so wirklich überzeugend kam er im schwedischen Fernsehen nicht rüber.
Ja, die Schweden haben seit dem Großen Nordischen Krieg (1700 bis 1721) ein Russland-Trauma. Schließlich verloren sie alle Territorien im Baltikum (Karelien, Ingermanland, Estland, Livland) an Russland. Während des Kalten Kriegs verirrten sich immer wieder Sowjet-U-Boote in den Schären oder verhedderten sich in ausgelegte Fischernetze und die schwedische Marine musste den roten Matrosen mehr als einmal aus der Klemme helfen. Aber Kriegspanik ist nun einmal ganz und gar nicht Sache der Schweden. Schon gleich gar nicht, wenn sie von einem militärischen Laien zu schüren versucht wird.
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