Schwedendemokraten in Umfragen deutlich auf Platz Eins

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Schwedendemokraten in Umfragen deutlich auf Platz Eins
Datum: 01.11.2021 - 08:59 Uhr

Wäre am gestrigen Sonntag das neue schwedische Parlament, der »Riksdag« (Reichstag) gewählt worden, die Sozialdemokraten um den scheidenden Ministerpräsidenten Löfven hätten ihr ganz eigenes politisches Waterloo erlebt. Zwar keins, das von der schwedischen Popgruppe Abba irgendwann besungen worden wäre, aber einen historischen Ausmaß hätte es trotzdem gehabt. Seit Erstellung und Aufzeichnung von politischen Umfragen im Land wäre es das erste Mal gewesen, dass die Sozialdemokraten weder auf dem ersten oder dem zweiten Platz gelandet sind.

In der aktuellen Umfrage grüßen die Schwedendemokraten mit 23,9 Prozent (plus 2,2 Prozent zur Umfrage des Vormonats) vom Platz an der Sonne. Ihnen folgen die Moderaten mit unverändert 22,7 Prozent, denen es ebenfalls gelungen ist, die Sozialdemokraten zu distanzieren. Die erzielen mit 21,1 Prozent (minus 3,3(!) Prozent) nicht nur in Umfragen eines der schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten, ihr dritter Platz in dieser Kategorie ist ebenfalls desaströs.

Bei einem auf diesen Zahlen basierenden angenommenen Wahlausgang, stünde einer neuen bürgerlich-liberalen Regierung nichts mehr im Wege. Schwedendemokraten, Moderate und Kristdemokraten (6,0 Prozent, plus 0,1 Prozent) kämen gemeinsam auf 202 der 349 Sitze im Reichstag. Das ist eine stabile Mehrheit, also exakt das, was Löfven in den vergangenen Jahren fehlte. Seine Sozialdemokraten kungelten zwar mit den Grünen, die den Umfragen zufolge nicht mehr im Parlament vertreten wären, benötigten aber die Tolerierung durch die kommunistische Linkspartei. Die ließen sich aber nicht in eine echte Regierungskoalition einbinden und sind daher die einzige Partei im öko-sozialstischen Lager, die sich verbessert: 11,9 Prozent stellen ein Plus von 1,5 Prozent dar. Weil die Zentrumspartei bei 5,3 Prozent verharrt, können die Verluste von Löfven und seinen Sozialdemokraten nicht kompensiert werden. Rot und Grün kommen nur auf 147 Sitze im Reichstag, viel zu wenig, um auch nur annähernd eine echte Option darzustellen.

Sven von Storch

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