Schweden will Veruteilte in Gefängnissen im Ausland unterbringen
Schweden will Veruteilte in Gefängnissen im Ausland unterbringen
Datum: 07.08.2023 - 10:57 Uhr
Aufgrund der vollen Kapazität der schwedischen Gefängnisse und der geplanten Verschärfung der Strafen schätzt der Justizvollzugsdienst, dass die Zahl der Gefängnisplätze in den kommenden Jahren verdoppelt werden muss. Dänemark war der erste europäische Staat, der die exterritoriale Unterbringung von verurteilten Kriminellen angegangen ist. Zu diesem Zweck hat man Kapazitäten im Kosovo angemietet. Das dänische System wird jedoch kritisiert, weil es Besuche von Verwandten erschwerte und angeblich Menschenrechte verletzte. Die Zuständigkeit für die Gefangenen liegt bei dem Land, in dem sich das Gefängnis befindet, was mitunter zu Problemen beim Schutz der Kriminellen vor sogenannter erniedrigender Behandlung führte.
Klar ist, dass Gefängnisse im Kosovo oder in Ruanda, wohin Großbritannien einen Teil der verurteilten Kriminellen in seinem Land verlegen will, kaum die Bequemlichkeiten und Ausstattung eines Gefängnisses in einem der beiden nordeuropäischen Staaten vorweisen kann - sieht man einmal von den britischen Hochsicherheitsgefängnissen ab, in denen heute noch Mitglieder der einstigen IRA vor sich hin verrotten. Ansonsten aber bieten die Gefängnisse, vor allem in Dänemark, relativ viele Vergünstigungen, medizinische Rundumversorgung und Arbeitsmöglichkeiten - bezahlt mit dem »draußen« geltenden Mindestlohn. Auch die Besuchszeiten sind sehr großzügig, wie die Webseite des größten dänischen Gefängnisses zeigt. Im Kosovo ist das anders, deutlich anders.
Die schwedische Regierung prüft nun die rechtlichen und praktischen Voraussetzungen für die Umsetzung dieses Vorschlags genauer.
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