Schulz wirft Merkel Verschleierungstaktik im Wahlkampf vor
Schulz wirft Merkel Verschleierungstaktik im Wahlkampf vor
Datum: 14.07.2017 - 13:35 Uhr
Schulz, der Anfang des Jahres mit 100 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden der SPD und zum Kanzlerkandidaten seiner Partei gewählt wurde (er sieht sich ja eigenen Angaben zufolge ohnehin als besten Kandidaten) wird von Tag zu Tag immer dünnhäutiger und mutiert nach und nach zu einem verbalen Rumpelstilzchen. Das ist wenig verwunderlich, denn nachdem der Schulz-Zug komplett entgleist ist, die SPD von Tag zu Tag sich in den Umfragen immer deutlicher der 20-Prozent-Marke nähert (von oben!) und er selbst in der Liste der wichtigsten Politiker hinter seinem Vorgänger (und baldigen Nachfolger?) Sigmar Gabriel zurückgefallen ist, sucht Schulz Ausflüchte aus dem Dilemma.
Nun meint er, Merkel ihre seit Jahren bekannte Verschleierungs- und Verweigerungstaktik vorwerfen zu können. Sie habe bei einem Treffen mit Macron geäußert, dass über eine Reform Europas erst nach der Wahl gesprochen werden würde. Das sei, so Schulz, "ein starkes Stück". Die Wähler hätten ein Anrecht darauf, vor der Wahl zu erfahren, was die Merkel-Regierung bezüglich der EU anstrebe, sagt Schulz.
Daran sind einige Dinge bemerkenswert. Denn ausgerechnet Schulz, der viele Jahre als EU-Parlamentspräsident ursächlich dafür verantwortlich war, dass die Menschen der EU so wenig Einblick wie möglich in die EU-Politik bekamen, fordert nun auf einmal Transparenz. Und das von einer Frau, die dafür berüchtigt ist, dass sie zu einer politischen Aussage fast schon unter Gewaltandrohung gezwungen werden muss. "Madame No", wie Merkel einst von Sarkozy genannt wurde, ist weltweit dafür bekannt, dass sie sowohl bei Aussagen wie auch beim Handeln zauder und zögert. Politische Schnellschüsse von ihr gehen komplett in die Hose. Der 04. September 2015 hat es nachhaltig bewiesen.
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