Schulz Werte trotz schwacher Merkel auf Talfahrt
Schulz Werte trotz schwacher Merkel auf Talfahrt
Datum: 24.04.2017 - 12:10 Uhr
Der »Heilsbringer« der SPD, der »Magier aus Würselen«, verkümmert in den aktuellen Umfragen bestenfalls zum Zauberlehrling, der am Ende seiner Fähigkeiten angekommen ist. Von dem ehemaligen »Mister 100-Prozent« bleibt derzeit nicht mehr viel übrig. Selbst in den eigenen Reihen zweifelt man mehr und mehr an Schulz. Nur noch 79 Prozent der SPD-Anhänger haben sich im letzten Politbarometer der ARD dafür ausgesprochen, dass Schulz Kanzler werden solle (zum Vergleich: die Anhänger der Union sprachen sich, warum auch immer, mit 91 Prozent dafür aus, dass Merkel weitere vier Jahre im Amt blieben solle).
Noch gravierender ist des Schulzen Wertverlust aber bei den drei Kriterien Glaubwürdigkeit, Sympathie und Kompetenz. Sowohl Merkel wie auch Schulz als aussichtsreichste Kandidaten für das Kanzleramt schneiden in diesen Bereichen ohnehin schlecht ab; doch Schulz unterbietet Merkels Werte noch einmal deutlich.
Bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit gaben 34 Prozent der Befragten an, dass sie Merkel für glaubwürdiger als Schulz hielten. Den Vorteil der Glaubwürdigkeit bei Schulz sahen lediglich 13 Prozent als gegeben an. ABER: 44 Prozent der Befragten gaben an, dass beide Politiker gleich unglaubwürdig seien.
In Sachen Sympathie ist die Diskrepanz zwischen Merkel und Schulz nicht ganz so groß; allerdings hat Merkel ihn auch in diesem Bereich überrundet. 31 Prozent der Befragten sehen Merkel als sympathischer an, nur noch 27 Prozent bezeichnen Schulz als den größeren Sympathieträger. ABER: für 35 Prozent der Befragten sind beide Politiker gleich unsympathisch.
Und in der Frage der Kompetenz scheitert Schulz kläglich. Merkel ist für 46 Prozent der Befragten die Kompetentere. Einen wie auch immer gelagerten Vorsprung der Schulzschen Kompetenz können nur zehn Prozent der Befragten erkennen. 31 Prozent der Befragten sehen zwischen beiden Politikern keinen Unterschied.
Insgesamt bleibt bei diesen Werten festzustellen, dass das Dilemma in diesem Land groß ist. Schlechtere Werte für die Kanzlerkandidaten gab es noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Von zwei schlechten Kandidaten soll im Herbst also der weniger schlechte das Amt des Bundeskanzlers besetzen. Armes Deutschland.
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