Schulz und SPD mit Kehrtwende beim Thema Große Koalition
Schulz und SPD mit Kehrtwende beim Thema Große Koalition
Datum: 08.12.2017 - 08:49 Uhr
Schulz mimt mit seiner politischen Kehrtwende beim aktuell stattfindenden SPD-Parteitag zur Frage einer Neuauflage einer Großen Koalition (GroKo) den Seehofer. Einen derartigen Umkehrschwung gegenüber den vorherigen Aussagen kannte man bisher nur vom baldigen ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten, der sich besonders gerne als brüllender bayrischer Löwe selbst inszenierte, bei den Gesprächen mit Merkel zu kontroversen Themen aber stets zum kläglich miauenden Jungkätzchen mutierte. Allerdings ohne den gleichen »oh-ist-der-süß«-Effekt hervorzurufen, der viele Menschen beim Anblick von kleinen, jungen Katern befällt.
Letztlich kostete Seehofer sein permanenter Wankelmut seiner Partei etliche Stimmen und ihn selbst den Posten des bayrischen Ministerpräsidenten. Da ist Schulz (noch) besser dran: er hat keine wirkliche politische Aufgabe. Er ist als Vorsitzender der SPD wiedergewählt worden. Ein Gegenkandidat fand sich nicht. Das ist nicht wirklich verwunderlich. Die SPD rauscht von einer Wahlpleite zur nächsten, das Hin und Her des Führungsgremiums beim Thema GroKo verunsichert mehr als das es für Klarheit sorgt und die vollmundigen Aussagen am Wahlabend oder unmittelbar danach fallen Schulz, Nahles, Stegner und Konsorten jetzt richtig auf die Füße.
Statt politischer Runderneuerung haben sich die Verantwortungsträger der SPD also für die Option Machterhalt entschieden. Da sollte sich Andrea Nahles bei den nächsten Bundestagssitzungen nicht wundern, wenn es in den nächsten Wochen»in die Fresse« gibt. Das hatte die Fraktionsvorsitzende jedenfalls voller Inbrunst für die kommende Legislatur angekündigt. Jetzt kommt diese Aussage als Bumerang zu ihr zurück.
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