Schulz und Konsorten winden sich noch immer
Schulz und Konsorten winden sich noch immer
Datum: 11.12.2017 - 09:36 Uhr
Die Schauspielkünste der aktuell führenden Köpfe der deutschen Sozialdemokratie sind arg limitiert. Der vorschnellen vollmundigen Absage einer Neuauflage der Großen Koalition drei Minuten nach Schließung der Wahllokale am 24. September und dem nochmals bestärkten »Nein« von Martin Schulz folgte eine Reihe Lavierungsversuche, um sich aus diesem Dilemma zu befreien und nun doch den Weg an Merkels Seite und zurück an die Fleischtöpfe der Macht zu finden. Nach außen hin versucht man immer noch, den Bürgern eine ergebnisoffene Diskussion zu verkaufen. Doch längst pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass die SPD umfallen wird und Merkel zu einer weiteren Amtszeit im Rahmen einer Großen Koalition verhelfen wird.
Insbesondere für Schulz und Nahles, die der Union ja angekündigt hatte, dass es ab morgen »auf die Fresse« gibt, ist dieses Umfallen mehr als peinlich. Man habe die Signale der Wähler verstanden, hatte man noch am Wahlabend gesagt. Man wolle sich erneuern und in der Opposition zu alter Stärke finden. Offenbar aber, so lässt sich aus der jetzt herbeigeführten Wende ableiten, hat man in der SPD gerade einmal nichts vom Wählerwillen verstanden - oder aber man ignoriert ihn mit voller Absicht.
Auch eine Runderneuerung der Partei fällt dem Machterhaltungstrieb zu Opfer. Die Hauptakteure sitzen lieber weiterhin auf den gut dotierten Posten als dass sie sich die Arbeit machen und die SPD wieder auf Kurs bringen. Angeblich sollte es ein »Weiter so!« nicht geben; doch genau das ist exakt die Richtung, die Schulz, Maas, Stegner und andere Genossen jetzt anstreben. Trotzdem versuchen sie immer noch, ihre Absichten zu vertuschen und wollen den Menschen im Land verkaufen, dass die Entscheidung noch gar nicht gefallen sein. An Unglaubwürdigkeit ist diese Scharade kaum noch zu überbieten.
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