Schulz buhlt um Gunst der FDP
Schulz buhlt um Gunst der FDP
Datum: 07.04.2017 - 11:15 Uhr
Die SPD bricht in den Wahlumfragen diverser Meinungsforschungsinstitute ein, der Schulz-Effekt ist verpufft. Bereits bei der Landtagswahl im Saarland mussten der ehemalige EU-Parlamentspräsident und seine Genossen einen erheblichen Dämpfer ihrer hochtrabenden Träume hinnehmen. Die Utopien einer von der SPD-geführten Landesregierung lösten sich in Luft auf. Nicht zuletzt sorgte die unverhohlene Koketterie mit der mehrfach umbenannten SED für Verluste.
Auch für die Wahlen in Nordrhein-Westfalen stehen die Zeichen mehr schlecht als recht für ein R²G-Bündnis. Zwar wird aller Wahrscheinlichkeit nach die SPD stärkste Partei an Rhein und Ruhr bleiben; aber die Grünen als bisheriger Koalitionspartner werden die Hälfte ihres Stimmenanteils verlieren. Und die jetzt als »Linke« firmierende ehemalige SED muss um den Einzug in den Landtag mehr als nur bangen.
Für die Bundestagswahl im September sieht es auch nur marginal besser aus. Derzeit werden vermutlich sieben Parteien in den Bundestag einziehen (CDU, SPD, AfD, Grüne, »Linke«, FDP und CSU), für ein von Schulz & Co. angestrebtes Rot-Rot-Grünes-Bündnis aber reichen auch hier die derzeitigen vorausgesagten Stimmanteile nicht aus.
Also greift Schulz in die Klamottenkiste der deutschen Politik und müht sich, der »guten alten Zeit« der sozial-liberalen Koalition neues Leben einzuhauchen. Diese endete auf Bundesebene mit dem konstruktiven Misstrauensvotum im September 1982 gegen den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Die FDP votierte gegen Schmidt und ging fast geschlossen über auf die Seite der Union. Für die nächsten 16 Jahre sollte dann Helmut Kohl Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden.
Zu jener Zeit saß Schulz noch nicht einmal im Stadtrat seiner Heimatgemeinde Würselen, sondern war lediglich ein unbedeutender Lokalpolitiker irgendwo im Großraum Aachen. Die von Schulz in einem Bericht der »WAZ« erwähnten großen Verdienste der damaligen SPD-FDP-Koalition kennt der selbsternannte »beste Kandidat« also bestenfalls vom Hörensagen.
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