Schulschließungen eindeutig der falsche Weg
Schulschließungen eindeutig der falsche Weg
Datum: 06.01.2021 - 11:23 Uhr
Echte Experten und Fachleute aus nahezu allen Bereichen kritisieren die von Merkel und der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossene Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns. Die Maßnahmen seien weder durchdacht, zielführend oder gar umsetzbar. Die Kritik bezieht sämtliche Lebensbereiche ein, sowohl den Wirtschaftssektor wie auch das kulturelle Leben und die sozialen Strukturen.
Hinsichtlich der Schulbildung der Kinder im Land äußert Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte scharfe Kritik an der Verlängerung der Schulschließungen. Er räumt zwar ein, dass dort, wo das Infektionsgeschehen besonders dramatisch sei, »natürlich« Ausnahmen gemacht werden müssten, doch diese Ausnahmen dürfen nicht die Regel sein.
In besonders auffälligen Regionen müsse »auch Mal« im Grundschulunterricht eine Maske getragen werden. Die Betonung liege hierbei eindeutig auf dem »auch Mal«. Doch eine flächendeckende Schulschließung lehnt Fischbach ab. Wörtlich: »Aber flächendeckend dicht? Das ist und bleibt aus Sicht der Pädiater eindeutig der falsche Weg«, sagte Fischbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit Bezug auf den Beschluss des Corona-Gipfels von Bund und Ländern.
Es sei »absurdes Denken«, Eltern könnten im Homeoffice arbeiten und nebenher Ersatzlehrer spielen und den Unterricht für die Kinder ersetzen, so Fischbach weiter. Es gebe einen nachweislichen Unterschied hinsichtlich der Infektionsgefahr zwischen Kita- und Grundschulkindern sowie Jugendlichen. Letztgenannte seien fast so infektiös wie Erwachsene. Da müsse man vorsichtig sein, es brauche »Hybridmodelle, Online-Unterricht und so weiter«, sagte Fischbach.
Die Politik habe versagt und die Schulen nicht ausreichend auf die zweite Corona-Welle vorbereitet: »Die für Schulen verantwortlichen Politiker, Behörden und Ministerien haben den Sommer völlig verschlafen, um einen coronasicheren Unterricht im Winter für Schüler und Lehrer vorzubereiten«, so Fischbach.
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