Schüsse an koreanischer Demarkationslinie

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Schüsse an koreanischer Demarkationslinie
Datum: 18.06.2024 - 11:40 Uhr

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage fielen Schüsse an der koreanischen Demarkationslinie, dem 38. Breitengrad. Dieser war nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 als Trennungslinie zwischen dem von der Sowjetarmee besetzten Norden und dem von der US-Armee besetzten Süden der Halbinsel festgelegt. Nach dem vereinbarten Rückzug der Besatzungsarmeen aus Korea 1948 blieb es bis zum 25. Juni 1950 ruhig; an jenem Tag marschierten die Streitkräfte des kommunistischen Nordens unter Kim Il-sung in den von Rhee Syng-man regierten Süden ein und entfachten damit den Korea-Krieg. Der dauerte bis zum Waffenstillstand am 27. Juli 1953 an und änderte nichts an dem Verlauf der Demarkationslinie. Vier Millionen Menschen starben für Nichts und wieder Nichts.

Im Laufe der Jahre wurde der 38. Breitengrad militärisch stark befestigt und galt neben den vom SED-Staat errichten Todesstreifen an der innerdeutschen Demarkationslinie als best befestigte Anlage. Die kleineren Scharmützel aus der Anfangszeit nach dem Waffenstillstandsabkommen 1953 ebbten mehr und mehr ab, trotz - oder vielleicht gerade wegen - den martialisch anmutenden Anlagen blieb es weitestgehend ruhig.

In den vergangenen Tagen jedoch kam es bereits schon zum zweiten Mal zu Schüssen entlang der Demarkationslinie. Südkoreanische Soldaten stellten Grenzverletzungen durch nordkoreanisches Militär fest und feuerten in Richtung der Eindringlinge. Ob die Überschreitung des Breitengrads mit Absicht erfolgt ist, sei zweifelhaft, berichtet die Militärführung in Seoul. Man habe das nordkoreanische Militär dabei beobachtet, wie es die Grenzanlagen auf seiner Seite ausgebessert habe und neue Minen verlegt habe, um Fluchtversuche aus dem kommunistischen Norden in den Süden zu verhindern. Dabei sei es zu einigen Explosionen gekommen, bei denen laut Angaben des südkoreanischen Militärs Soldaten aus dem Norden verletzt worden sein sollen.

Sven von Storch

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