Schüler werden von der Schule zum betreuten Trinken aufgefordert
Schüler werden von der Schule zum betreuten Trinken aufgefordert
Datum: 22.02.2019 - 10:56 Uhr
Alle Schüler der 9. Klasse der Oberschule in Templin sollen unter schulischer Aufsicht an einem Schultag entweder 0,8 Liter Wein oder 1,3 Liter Wein konsumieren. Das ist ein Bestandteil des landesweiten Projekts »Lieber schlau statt blau«. Das von der rot-roten Landesregierung angeordnete Besäufnis diene angeblich der Suchtprävention, heißt es dazu aus dem Kultusministerium, die für dieses Projekt seit Jahren Steuergelder bereitstellt. Alle Schüler der 9. Klasse sind verpflichtet, an dem Gruppenbesäufnis teilzunehmen. Ihre Eltern sollten dafür sogar eine Einverständiserklärung unterzeichnen, um die Schule und das Land aus deren Verantwortung für das Experiment zu entlassen.
Allerdings hat die rot-rote Landesregierung nicht mit der Nüchternheit der Eltern gerechnet. Die nämlich machen massiv mobil gegen diese Idee. Eine Mutter macht in einem Bericht im »Nordkurier« ihrem Unmut ordentlich Luft und ist entsetzt über das Ansinnen: »Geht's noch?« Daheim bemühe man sich, die Kinder über die durch Alkohol und Drogen entstehenden Schäden aufzuklären und jetzt sollen sie sich in der Schule betrinken. Sie habe die Einverständniserklärung nicht unterzeichnet.
Auch aus der Opposition kommt Kritik: »Kinder aus alkoholfreien Haushalten werden durch den Gruppenzwang zum Trinken verführt«, sagt CDU-Sozialpolitikerin Roswitha Schier. Man zwänge die Schüler ja auch nicht zum Rauchen, um sie anschließend vor der Gefahr des Tabaks zu warnen. Das Ansinnen der Landesregierung sei »krank«.
Ebenso empört zeigt sich die DAK: »Kinder sind keine Versuchskaninchen«, empört sich deren Sprecher Rüdiger Scharf. Alkoholprävention ginge sehr gut auch ohne Alkohol. Bei dem Projekt der DAK wird den Teilnehmern eine sogenannte Rauschbrille aufgesetzt, die einen hohen Promillepegel simuliert. Das sei wesentlich effektiver.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment