Saudi-Arabien deportiert 40.000 Pakistani wegen Terrorgefahr

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Saudi-Arabien deportiert 40.000 Pakistani wegen Terrorgefahr
Datum: 16.02.2017 - 10:11 Uhr

Das Königreich Saudi-Arabien, ein muslimischer Staat, hat in den letzten vier Monaten 40.000 pakistanische Glaubensbrüder aus dem Land deportiert. Das schreibt das britische Nachrichtenmagazin »Independent« mit Bezug auf die in Saudi-Arabien erscheinende »Saudi Gazette«. Die Gründe für diese Deportation seien laut Berichten die Verbindung vieler Pakistani zum Terrornetzwerk IS/DAESH sowie die Anhäufung von pakistanischen Staatsangehörigen bei Rauschgiftdelikten, Raubüberfällen und Diebstählen.

Offizielle saudische Quellen berichten von über 240.000 Deportationen ausländischer Staatsangehöriger in den Jahren von 2012 bis 2015. Der englische »Guardian« hatte im Januar 2014 berichtet, dass angeblich innerhalb von einem Zeitraum von nur drei Monaten sogar 250.000 Ausländer aus Saudi-Arabien herausgeworfen wurden. 

Um einer weiteren Gefährdung durch pakistanische IS-Sympathisanten vorzubeugen, will der saudische Sicherheitsrat nun weitere Schritte einleiten. Zukünftig sollen Migranten aus Pakistan einer genaueren Überprüfung (einem sogenannten »Screening«) unterzogen werden, bevor sie die Grenze zu Saudi-Arabien überschreiten dürfen. Schätzungen zufolge leben derzeit rund 900.000 Pakistani in Saudi-Arabien, die hauptsächlich in der Bauindustrie oder im Niedriglohnsektor beschäftigt sind.

Einmal abgesehen davon, dass deutsche »Qualitätsmedien« über diese Vorgänge nicht berichten (Trumps weniger einschneidende Maßnahmen sind da offensichtlich viel ergiebiger), bleiben natürlich auch entsprechende Wortmeldungen deutscher Altparteienpolitiker aus. Schließlich ist Saudi-Arabien ja einer der wichtigsten Geschäftspartner der Merkel-Regierung in der Region und zahlt gerne und reichlich insbesondere für deutsche Waffenlieferungen. Einen solchen Kunden darf man mit etwaiger Kritik an dessen Innenpolitik nicht verärgern.

Sven von Storch

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