Sahra Wagenknecht steht offenbar vor Parteiaustritt
Sahra Wagenknecht steht offenbar vor Parteiaustritt
Datum: 09.03.2023 - 10:02 Uhr
Sahra Wagenknecht ist DAS Gesicht ihrer Partei, der mehrfach umbenannten SED. Allerdings kamen nicht alle ihre Thesen überall gleich gut an und vor allem in ihrer eigenen Partei gab es jede Menge Leute, die ihr offensichtlich diese Popularität neideten. Die Spannungen zwischen Wagenknecht und anderen »Genossen« in der Partei nahmen deutlich zu, der Höhepunkt war jüngst erreicht: Wagenknecht hatte sich mit Alice Schwarzer zusammen getan, um ein Manifest für den Frieden zu verabschieden. Damit stellte sie sich ganz explizit gegen die von der Parteispitze vorgegebenen Linie der Kriegshetze und -treiberei gegen Russland. Die Anfeindungen gegen Wagenknecht nahmen dermaßen zu, dass jetzt offenbar der Punkt erreicht ist, an dem sie selbst die Nase voll davon hat.
Presseberichten zufolge hat Wagenknecht ihren Ausstieg aus der mehrfach umbenannten SED jetzt vorbereitet und soll den Gedanken der Gründung einer eigenen, neuen Partei, verfolgen. Diese soll zurück zu den Wurzeln kehren und sich von der Politik ihrer bisherigen Partei abheben. Der hatte sie in ihrem Buch »Die Selbstgerechten« attestiert, dass sie eine »links-woke Wohlstandspolitik« betreibe. Das sei eine Politik, mit der man die traditionellen Wähler linker Positionen vergrault habe. Vor allem an den derzeitigen Führungskräften ihrer Noch-Partei ließ Wagenknecht kein gutes Haar. Die planten ihrerseits wohl schon länger, Wagenknecht loszuwerden; mit ihrem gemeldeten Parteiaustritt behält sie aber auch hier das Heft des Handelns in der Hand.
Ob es dazu aber wirklich kommt, ist momentan mehr als fraglich. Einerseits bestünde innerhalb der mehrfach umbenannten SED wohl ausreichend Potenzial und auch Interesse an einer neuen, linken, pazifistischen und nationalen Partei. Aber ob diese »Interessierten« dann auch wirklich den Schritt in eine wie auch immer zu benenennde Wagenknecht-Partei wagen, wird von Experten angezweifelt. Fest steht nur eins: der Weggang Wagenknechts aus ihrer bisherigen Partei ist eine Zäsur und bedeutet eine veritable Existenzkrise bei den Zurückbleibenden.
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