Sachsen könnte das erste blau regierte Bundesland werden

Veröffentlicht:

Sachsen könnte das erste blau regierte Bundesland werden
Datum: 13.09.2023 - 10:32 Uhr

Der Landtag in Sachsen besteht grundsätzlich aus 120 Abgeordneten. 60 Sitze werden über die Wahlkreise vergeben (Direktmandate), 60 weitere über die Landesliste (Zweitstimmen). Durch Überhangs- und Ausgleichmandate könnte sich die Zahl der Abgeordneten allerdings noch erhöhen. Darüber hinaus gibt es in Sachsen eine weitere Besonderheit: gewinnt eine Partei zwei Direktmandate, so zieht sie auch dann in den Landtag ein, wenn sie bei den Zweitstimmen unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde bleibt. Ihr Zweitstimmenanteil wird dann trotzdem bei der Sitzverteilung berücksichtigt. Das klingt im ersten Moment etwas theoretisch, wird aber anhand der nun folgenden Zahlen aus den Umfragen und Trends gleich wesentlich deutlicher.

Beim aktuellen Trend der Wahlkreise in Sachsen gewinnt die AfD 33 Wahlkreise, an die CDU gehen 23, an die Öko-Sozialisten und die mehrfach umbenannte SED gehen je 2. Das wären die 60 Direktmandate.

Basierend auf der jüngsten Umfrage bezüglich der Zweistimmen bekäme die AfD 39 Prozentpunkte, die CDU 32, die Linksaußen 6, Öko-Sozialisten, SPD und Freie Wähler 4 und die FDP 2 Prozentpunkte. Anhand der parlamentarischen Fünf-Prozent-Hürde wären also auch die Grünen »draußen«. Da sie aber, anders als die SPD, zwei Direktmandate gewonnen hat, zieht sie in den Landtag ein und ihre 4 Prozentpunkte werden bei der Sitzverteilung der 60 Plätze für die Zweitstimmen mit berücksichtigt.

Daraus resultierend ergibt sich folgende Sitzverteilung für die Zweitstimmen: die AfD erhält 29 Sitze, die CDU 24, die Linksaußen erhalten 4 Sitze und die Öko-Sozialisten 3.

Summiert man nun die Sitze für die Direktmandate und die der Zweitstimmen erhalten die Parteien die folgende Anzahl an Mandaten:
- AfD: 33 Direktmandate + 29 Listenplätze -> 62 Sitze
- CDU: 23 Direktmandate + 24 Listenplätze -> 47 Sitze
- Links: 2 Direktmandate + 4 Listenplätze -> 6 Sitze
- Grün: 2 Direktmandate + 3 Listenplätze -> 5 Sitze

SPD, FDP und Freie Wähler wären anhand dieser Zahlen im neuen sächsischen Landtag nicht vertreten.

Die AfD hätte demzufolge mit 62 von 120 Sitzen die ABSOLUTE Mehrheit in Sachsen. Wobei noch zu berücksichtigen ist, dass sie 4 Direktmandate mehr holt als ihr nach Zweitstimmenanteil zusteht. Das sind die sogenannten Überhangmandate. Der Landtag würde also aus mehr als 120 Abgeordneten bestehen. Die AfD nimmt diese Überhangmandate mit, die anderen Parteien erhalten, berechnet nach einem komplizierten Schlüssel - bei dem auch die Nachkommastellen berücksichtig werden - ebenfalls zusätzliche Sitze, die sogenannten Ausgleichsmandate.

Diese Zusatzmandate dürfen aber nicht die Mehrheitsverhältnisse im Landtag verändern. Das heißt also, dass aufgrund der derzeitigen Umfragen, Trends und Prognosen die AfD Sachsen künftig regieren könnte - und zwar alleine!

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.