Russland überprüft seine Atomwaffendoktrin
Russland überprüft seine Atomwaffendoktrin
Datum: 03.09.2024 - 09:52 Uhr
»Wie bereits erwähnt, sind die Arbeiten zur Überarbeitung der Doktrin weit fortgeschritten und es besteht die klare Absicht, Anpassungen vorzunehmen. Diese Anpassungen seien unter anderem eine Folge der durchgeführten Überprüfung und Analyse der jüngsten Konfliktentwicklungen, einschließlich aller Dinge, die mit der Eskalation unserer westlichen Gegner im Zusammenhang mit der militärischen Sonderoperation zusammenhängen«, sagte Rjabkow gegenüber Tass.
Er betont, dass das aktuelle Dokument gerade fertiggestellt wird, es aber noch zu früh ist, um einen genauen Zeitrahmen für den Abschluss der Arbeiten anzugeben. »Der Zeitrahmen für die Fertigstellung ist eine ziemlich komplizierte Frage, wenn man bedenkt, dass wir über den wichtigsten Aspekt unserer nationalen Sicherheit sprechen.«
Der russische Präsident Wladimir Putin hat in der Vergangenheit gesagt, dass die russische Atomdoktrin ein »lebendes Dokument« sei, das heißt, sie könne bei Bedarf geändert werden. Gleichzeitig betonte der russische Staatschef, Moskau gehe davon aus, dass es nie zu einem Atomwaffenaustausch kommen werde.
Rjabkow hat zuvor darauf hingewiesen, dass das Vorgehen des Westens die Notwendigkeit erhöht, die russische Nukleardoktrin zu aktualisieren, damit sie den aktuellen Anforderungen entspricht. Nach Angaben des führenden russischen Diplomaten hat sich die außenpolitische Lage durch das Vorgehen der USA und ihrer Verbündeten stark verschärft, und Moskau analysiert ständig, wie gut sein Dokument zur nuklearen Abschreckung diesen Herausforderungen gewachsen ist.
Nach der aktuellen Atomdoktrin von 2020 darf Russland Atomwaffen einsetzen, wenn ein Feind solche oder andere Arten von Massenvernichtungswaffen gegen Russland oder seine Verbündeten einsetzt, wenn verifizierte Informationen über Atomangriffe gegen Russland oder seine Verbündeten vorliegen, wenn ein Feind angreift Einrichtungen, die für eine nukleare Reaktion erforderlich sind, sowie im Falle eines konventionellen Angriffs auf Russland, wenn die Existenz des Staates bedroht ist.
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