Russland hat nach eigenen Angaben primäre Militärziele erreicht

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Russland hat nach eigenen Angaben primäre Militärziele erreicht
Datum: 08.06.2022 - 09:24 Uhr

Russland hat seine primären Militärziele erreicht. Aus der Republik Donezk waren bereits vor mehreren Wochen die letzten verbliebenen ukrainischen Einheiten vertrieben worden. Seitdem herrscht auf dem Territorium Donezks Waffenruhe. Die noch westlich der Grenze befindlichen russischen Truppen werden nach und nach zurückgenommen, die Entwicklung ist auf dieser Karte nachzuvollziehen.

Auch auf dem Territorium der Republik Luhansk schweigen weitestgehend die Waffen. Die letzte von ukrainischen Truppen gehaltene größere Stadt Sverodnetsk ist de facto an die russischen Truppen übergegangen. Das räumte aktuell der bisherige Bürgermeister der Stadt ein. Jetzt befinden sich nur noch eine Handvoll kleinere Dörfer in Luhansk in den Händen der Ukraine. Ob aus Kiew dieses Mal auch wieder der Befehl zum Durchhalten bis zur letzten Patrone - wie in Mariupol - an die dort stationierten ukrainischen Soldaten ergehen wird, ist durchaus denkbar. Schließlich meldet die ukrainische Militärführung immer noch angebliche erfolgreiche Gegenangriffe.

Westlich der Krim am Fluß Dnjepr und entlang des Asowschen Meers haben die russischen Truppen einen breiten Korridor etabliert. Aus Kherson, einer Hafenstadt an der Mündung des Dnjepr ins Schwarze Meer, wurden die ukrainischen Einheiten vertrieben. Westlich des Flusses bis hin zum Kachowkaer Stausee wurde eine knapp 30 Kilometer tiefe Pufferzone errichtet. Hier herrscht ebenfalls relative Waffenruhe.

Von der Krim nach Osten wurde entlang des Asowschen Meers ein etwa 30 Kilometer tiefer Korridor  über die Städte Melitopol und Berdiansk bis hin zu Mariupol und somit dem Territorium der Republik Donezk als Landverbindung geschaffen. Auch hier schweigen die Waffen, da sich dort keine ukrainischen Soldaten mehr befinden.

Ende Mai hatte Russland angekündigt, dass man zu neuen Friedensverhandlungen mit der Ukraine bereit sei; zeitgleich hatte man aber auch angekündigt, dass die Befriedung der beiden Donbas-Republiken primäre militärische Ziele seien. Diese Ziele sind jetzt erreicht. Es ist an der Zeit, dass Moskau nun seinen Worten des Friedens auch Taten folgen lässt und einen Termin und Ort für Waffenstillstandsverhandlungen vorschlägt. Ob Kiew dieses Angebot dann auch annimmt, steht auf einem anderen Blatt. Noch übt sich Selesnkij ja in Durchhalteparolen und fordert immer neue Waffen, um den Krieg fortzusetzen.

Sven von Storch

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