Russland-Freund Michael Flynn soll US-Sicherheitsberater werden
Russland-Freund Michael Flynn soll US-Sicherheitsberater werden
Datum: 18.11.2016 - 08:35 Uhr
Die Benennung eines Ex-Generals und ehemaligen Chef eines Militärgeheimdienstes zum Sicherheitsberater des US-Präsidenten klingt im ersten Moment nach einer potenziellen Verschärfung des Tonfalls zwischen den beiden Supermächten USA und Russland. Denn im Allgemeinen gelten Generäle und Mitarbeiter der Geheimdienste als »Falken« oder auch »Hardliner«; also Menschen, die oftmals ihre Politik gegen alle Widerstände durchzusetzen versuchen und Kompromisse ablehnen.
Aber gerade mit der Ernennung von Michael Flynn weist Trump einmal mehr nach, dass er auf eine Verständigung und gute Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington hin arbeitet. Michael Flynn selbst gilt als ausgewiesener Russland-Freund, trat als Analyst beim russischen Sender »RT« auf, hielt bei dessen Jubiläumsgala eine bezahlte Rede in Moskau und dinierte mit Russlands Präsident Wladimir Putin.
Dass er jedoch auch konsequent in der Verfolgung seiner Ziele sein kann, stellte er Anfang der 2000er-Jahre unter Beweis. Als Kommandeur der US-Spezialeinheiten im Irak jagte er den damaligen Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi, der Anfang Juni 2006 zur Strecke gebracht werden konnte. Dem Kampf gegen den internationalen islamistischen Terrorismus hat Flynn ein eigenes Buch gewidmet: »Field of Fight«.
Trump beweist mit Flynns Nominierung einmal mehr, wohin außenpolitisch die Reise der USA führen wird. Verständigung und Aussöhnung mit Moskau auf der einen Seite und der konsequente Kampf gegen den internationalen islamistischen Terrorismus auf der anderen Seite. Ein guter Weg.
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