Russland fordert von Litauen Aufhebung der Blockade von Königsberg_Kaliningrad
Russland fordert von Litauen Aufhebung der Blockade von Königsberg_Kaliningrad
Datum: 22.06.2022 - 12:44 Uhr
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die damalige ostpreussische Metropole Königsberg samt des nördlichen Ostpreußens von der Sowjetunion und seinem damaligen georgischen Führer Dshugaschwilli (Stalin) annektiert und auf den Namen »Kaliningrad« umfirmiert. Seit dieser Zeit galt die Region zunächst als sowjetische Staatsgebiet, wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion in den frühen 1990er-Jahren als eine Art Erbmasse als russsiches Staatsgebiet übernommen. Mit dem Zerfall und der Unabhängigkeit der baltischen Republiken wurde aber das ganze Gebiet vom Rest Russlands abgeschnitten und bildet heute eine Enklave. Das südliche Ostpreußen wurde Polen zugeschlagen, im Osten trennen die Staatsgebiete von Litauen und Weißrussland die Enklave ab.
Daraus ist nun ein neuer Konflikt entstanden. Während Weißrussland Lieferungen aus Russland in die Enklave ungehindert passieren lässt, blockiert Litauen entsprechende Warenlieferungen an seiner Grenze. Für Moskau ist das eine Provokation, die es so nicht länger hinnehmen will. Litauen wurde jetzt aufgefordert, die Blockade der für die Menschen in der Enklave gedachten Lieferungen aufzuheben.
Entsprechend war für den gestrigen Dienstag der EU-Gesandte in Russland, Markus Ederer, vorgeladen worden, um von Litauen ein Ende der Blockade zu fordern. Litauen hat darauf hingewiesen, dass es gemäß den Anweisungen der Europäischen Kommission handelt.
Sollte die Blockade nicht aufgehoben werden, so kündigte Moskau an, es werde Maßnahmen treffen, die »ernsthafte negative Auswirkungen auf die litauische Bevölkerung haben.« Litauen selbst bezieht Öl, Gas und Kohle fast ausschließlich aus Russland. Sollte es zu keiner Änderung der litauischen Ausrichtung in dieser Frage kommen, so werde Russland sämtliche Rohstofflieferungen an die baltische Republik unmittelbar einstellen, kündigte Nikolai Patruschew, Sekretär des russischen Sicherheitsrates, an.
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