Russischer Atomwaffentest ruft Besorgnis hervor

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Russischer Atomwaffentest ruft Besorgnis hervor
Datum: 21.04.2022 - 09:23 Uhr

Das russische Verteidungsministerium hat bekannt gegeben, dass es am einen Test einer neuen Atomrakete Typ durchgeführt habe. Die interkontinentale ballistische Rakete Sarmat sei am gestrigen Mittwoch um 15.12 Uhr Ortszeit von einem Silowerfer auf dem staatlichen Testkosmodrom Plesetsk im Großraum Archangelsk im äußersten Norden des Landes abgefeuert worden. In der Erklärung des Verteidigungsministeriums heißt es zudem, dass die Rakete später in dem für die Landung »ausgewiesenen Gebiet in Kamtschatka« zu Boden gegangen sei.

Das Ministerium stellte fest, dass die Sarmat nach Abschluss eines Testprogramms bei Russlands Strategic Missile Forces in Dienst gehen würde. Die RS-28 Sarmat soll die Interkontinentalrakete Voevoda aus der Sowjetzeit ersetzen, die unter der NATO-Bezeichnung SS-18 bekannt ist.

Russlands Präsident Wladimir Putin gratulierte dem Militär zu seinem erfolgreichen Raketentest und sagte, es werde »diejenigen zum Nachdenken bringen, die versuchen, Russland zu bedrohen«, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums, die von der staatlichen Nachrichtenagentur TASS zitiert wird.

Der Test von Atomwaffen bedarf einer längeren Vorbereitung. Es ist davon auszugehen, dass diese Pläne und der Termin schon lange vor dem 24. Februar festgelegt wurden. Um den Test hingegen abzusagen, hätte ein Wort Putins gereicht. Das kam aber nicht.

Dieses Zusammenspiel der Ereignisse erinnert fatal an die Kuba-Krise 1962. Dort zündeten die USA unter Führung des US-Generals Curtis LeMay am 25. Oktober eine Atombombe, während in Washington und Moskau die Telegrafendrähte glühten, um den Dritten Weltkrieg abzuwenden. Die Drohgebärde hatte den gewünschten Effekt: die aufgebauten sojwetischen Atomraketen auf Kuba wurden letztlich deinstalliert.

Curtis LeMay ist übrigens das US-amerikanische Gegenstück zum britischen »Bomber-Harris«. LeMay befahl die Bombardierung japanischer Städte während des Zweiten Weltkriegs mit Napalm-Bomben. Bei einem Angriff auf Tokio, dem verheerendsten und mörderischsten Bombenangriff auf eine Stadt aller Zeiten, kamen über 100.000 Menschen ums Leben.

 

 

Sven von Storch

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